Selbstständigkeit lockt besonders junge Menschen: Neue KfW-Zahlen offenbaren Generationsunterschiede

Vor allem Jüngere träumen vom eigenen Chefsein – viel stärker als die ältere Generation.

heute 16:50 Uhr | 5 mal gelesen

Interessant, wie manche Zahlen fast beiläufig zeigen, wie sich Einstellungen in wenigen Jahren verschieben können: Laut einer Sonderauswertung des KfW-Gründungsmonitors – eigentlich eine nüchterne Statistik, aber durchaus brisant – wünschen sich etwa 72 Prozent der befragten 18- bis 29-Jährigen, selbstständig zu arbeiten, wenn sie völlig frei entscheiden könnten. Nur knapp ein Viertel zieht die Festanstellung vor. Bei Befragten ab 30 Jahren dreht sich das Bild ein wenig: Hier sind es immerhin noch 65 Prozent, die das Abenteuer Selbstständigkeit reizt. Die Beweggründe? Hauptsächlich Unabhängigkeit und der Wunsch, sich selbst auszuprobieren – das geben 43 Prozent der Jüngeren an. Überraschend gering ist für viele das höhere Einkommen als Motiv (nur ein Viertel). Manche setzen vor allem auf ihre eigene (ihre einmalige?) Geschäftsidee, andere wollen schlicht den Lebensunterhalt sichern oder Karriere machen. Interessant finde ich persönlich ja, dass der Unterschied beim eingesetzten Kapital für den Schritt in die Selbstständigkeit eher gering ist: Die Jüngeren investieren laut KfW im Schnitt 5.000 Euro, die Älteren 1.000 Euro mehr. Die zugrundeliegenden Daten stammen aus jährlichen Befragungen zwischen 2020 und 2024. Und dann schwirrt einem beim Lesen doch die Frage im Kopf herum: Bleibt dieser Idealismus, oder siegt irgendwann die Sicherheit der Festanstellung? Aber das ist vielleicht schon wieder eine andere Geschichte.

Die KfW-Sonderauswertung verdeutlicht eine spürbare Generationsverschiebung in Sachen Berufswunsch: Während vor allem die 18- bis 29-Jährigen am liebsten den Sprung in die Selbstständigkeit wagen würden (72 Prozent), zeigen sich die 30- bis 65-Jährigen zwar ebenfalls interessiert, aber mit 65 Prozent etwas zögerlicher. Bei den Beweggründen dominieren vor allem der Drang nach Unabhängigkeit, die Sehnsucht nach Selbstverwirklichung und kreative eigene Ideen, während das Einkommen nur für eine Minderheit entscheidend ist. Ergänzende aktuelle Berichte bestätigen, dass viele junge Erwachsene Deutschland als Gründerstandort kritisch sehen und mit mehr Bürokratie und finanziellen Hürden rechnen, der Wunsch nach Selbstbestimmung und Flexibilität aber offenbar stärker ist als je zuvor.

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