AfD-Fraktion bleibt Rita Süssmuths Gedenkfeier in großer Zahl fern

Die meisten AfD-Abgeordneten blieben der offiziellen Trauerzeremonie für die verstorbene Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth fern – auffallend wenige nahmen teil.

heute 12:38 Uhr | 4 mal gelesen

Kurioses Bild am vergangenen Dienstag im Bundestag: Während die ersten Sitze im Plenarsaal zumindest mit den prominenten AfD-Gesichtern – Alice Weidel und Tino Chrupalla – gefüllt schienen, gähnte es bereits in der zweiten Reihe verdächtig leer. Genau genommen sollen nur etwa 30 von mehr als 150 AfD-Abgeordneten überhaupt bei der Trauerfeier für Rita Süssmuth aufgetaucht sein. Rund 80 Prozent, also der Löwenanteil der Fraktion, blieb der Zeremonie einfach fern. Alle anderen Parteien waren zu großen Teilen anwesend; irgendwie schien die inoffizielle Botschaft in den vorderen Reihen fast aufgesetzt freundlich. Rita Süssmuth selbst, eine entschiedene Christdemokratin, amtierte von 1985 bis 1988 als Familienministerin und war anschließend zehn Jahre lang Bundestagspräsidentin – eine Institution, an der sich viele wünschten, die Debattenkultur des Hauses würde sich noch heute ein Scheibchen abschneiden. Sie starb am 1. Februar, hochbetagt mit 88 Jahren. Eigentlich hätte man erwartet, dass quer durch alle Fraktionen ein gewisses Gemeinschaftsgefühl herrscht. Aber vielleicht ist das auch Wunschdenken.

Die AfD-Fraktion im Bundestag sorgte für Irritationen, als sie zu Süssmuths Staatsakt nahezu geschlossen fernblieb. Das Verhalten wurde in Medien und Politik breit diskutiert; einige warfen der AfD mangelnden Respekt vor parlamentarischer Tradition und Persönlichkeiten wie Rita Süssmuth vor. Zugleich mehren sich Stimmen, die dieses Fernbleiben als Zeichen einer zunehmenden Spaltung und Isolation der Partei im Bundestag deuten. Weitere Hintergründe: In aktuellen Berichterstattungen wurde die Trauerfeier von vielen offiziellen Vertreter:innen mit Anerkennung für Süssmuths Lebenswerk genutzt. Rita Süssmuth war bekannt für ihr Eintreten für Frauenrechte, Integration und eine offene Gesellschaft – Themen, an denen sich die AfD häufig reibt. Kommentatoren verweisen außerdem auf wiederkehrende Boykottgesten der Partei bei ähnlichen Anlässen, was den Antagonismus innerhalb des Parlamentsalltags weiter verschärft. Über Süssmuths Wirken und ihre Bedeutung für die Bundespolitik wurde in zahlreichen Nachrufen erneut reflektiert.

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