Der Widerstand als offene Frage: Zwischen Mut, Irrtum und notwendiger Debatte

Wien – Kaum ein Thema ist so vielschichtig wie ‚Widerstand‘: Jeder und jede versteht darunter etwas anderes. Die Diskussion reicht von heldenhafter Zivilcourage bis zur Verwechslung des Begriffs mit Chaos oder Krawall. Aber wie sieht sinnvoller, verantwortungsbewusster Widerspruch gegen Unrecht heute eigentlich aus? Ein Blick auf eine kommende Veranstaltung, die klären will, wie friedlicher Widerstand unseren Umgang mit Ungerechtigkeit formen kann.

heute 12:51 Uhr | 3 mal gelesen

Was bedeutet Widerstand eigentlich heutzutage? Wer einmal in einer hitzigen Diskussion erlebt hat, wie schnell dieses Wort in die Richtung von Gewalt oder totaler Verweigerung abdriftet, weiß: Hier gibt es noch einiges zu sortieren. Die Europäischen Toleranzgespräche widmen sich im Mai 2026 dem Thema, und vorher, am 12. März, greift das Europaforum in Wien den Begriff auf. Besonders spannend: Die Theologin und Philosophin Ines Charlotte Knoll – man könnte sie fast als erfahrene Grenzgängerin zwischen Glaube und Gesellschaft bezeichnen – wird zusammen mit Expertinnen und Experten aus Psychologie und Politik über die Grauzonen, Mythen und auch Chancen des zivilen Widerstands sprechen. Vielleicht ist es ja an der Zeit, die Idee von Widerstand neu zu justieren – weder als reine Rebellion noch als passive Duldung von Missständen.

Organisiert von Denk.Raum.Fresach und Club Carinthia, kommen am 12. März verschiedenste Perspektiven und Lebenswege zusammen: Auf dem Podium sitzen unter anderem Margarethe Prinz-Büchl (Superintendentialkuratorin), Hannes Swoboda (Toleranzgespräche-Präsident) und Arnold Mettnitzer (Psychotherapeut). Moderiert wird das Ganze von Claus Reitan. Der Abend in der BKS Bank Wien ist kostenlos, für alle offen und vielleicht eine Chance, das eigene Verständnis von Widerstand ein klein wenig zu überdenken oder gar in Frage zu stellen.

Mehr Infos bekommt man, falls das alles neugierig macht, unter www.fresach.org/anmeldung oder einfach per E-Mail und Telefon (siehe Kontaktdaten unten). Und, übrigens: Jede Unterstützung – sei es durch Mitgliedschaft, Teilnahme oder Ticketkauf – hilft mit, dass diese Dialoge lebendig bleiben.

Widerstand: Das Wort spaltet – selten gibt es einen klaren, gemeinsamen Nenner. Die Europäische Toleranzgespräche und das vorgelagerte Europaforum in Wien möchten die Gelegenheit nutzen, die Deutung dieses vielschichtigen Begriffs zu entwirren und diskutieren, wie verantwortbarer, kluger Protest heute aussehen kann. Neben Ines Charlotte Knoll erscheinen weitere Persönlichkeiten aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Feldern, um gemeinsam nach Wegen zwischen Schweigen, Aktion und Fehlinterpretation zu suchen. Ergänzend zu diesem Diskurs berichtete die 'Süddeutsche Zeitung' zuletzt über aktuelle Protestbewegungen in Europa, bei denen sich friedlicher Widerstand zunehmend gegen den Vorwurf politischer Instrumentalisierung wehren muss (Quelle: Süddeutsche Zeitung). Auch die 'Zeit' analysiert, inwieweit Widerstand in modernen Demokratien neue Ausdrucksformen findet, die oft zwischen kreativem Protest und politischer Polarisierung schwanken (Quelle: Die Zeit). 'taz' wiederum fragt, ob nicht gerade die Unsicherheit und Uneindeutigkeit des Widerstands Teil seiner gesellschaftlichen Bedeutung ausmacht – und damit auch eine gewisse Irritation, die zum Nachdenken zwingt (Quelle: taz).

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