Handwerksverband: Kritik an geplanter 1.000-Euro-Prämie der Bundesregierung

Nach heftigem Gegenwind aus der Wirtschaft appelliert der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) an die Ampel-Regierung, von den Plänen zur 1.000-Euro-Entlastungsprämie für Beschäftigte Abstand zu nehmen. ZDH-Präsident Dittrich warnte in der 'Bild'-Zeitung davor, dass dies ein Irrweg sei, und forderte stattdessen nachhaltigere Maßnahmen.

heute 13:59 Uhr | 3 mal gelesen

Das Handwerk schlägt Alarm: Statt punktueller Einmalprämien brauche es endlich grundlegende Entlastung für Menschen, die das System tragen. ZDH-Präsident Dittrich spricht gar davon, dass die geplante Prämie sozial ungleich und wirtschaftlich verfehlt sei – und insbesondere das Handwerk treffe. Der Staat, so Dittrich, schiebe die Verantwortung an die Betriebe ab, die ohnehin unter Druck stehen, und schaffe damit sogar neue Gräben zwischen Unternehmen. Besonders in der aktuellen Krisenlage klagen viele Handwerksbetriebe über knappe Kassen und Auftragsrückgänge. Sie geraten verstärkt in die Zwickmühle: Während viele Beschäftigte natürlich dankbar wären, ist es für etliche Betriebe schlicht nicht drin. "Viele Kollegen arbeiten sich regelrecht ab, trotzdem reichen die Mittel kaum", sagt Dittrich und verweist auf Absagen auch seitens öffentlicher Auftraggeber aus Finanzmangel. Am Ende, so die Sorge, könnte sich die Belegschaft noch mehr gespalten fühlen – in Begünstigte und Benachteiligte. Das verstärke nur das ohnehin schon gereizte Klima. Er fordert deshalb: Lieber intelligente Lösungen statt schneller Vorschläge, die noch mehr Frust säen.

Die Debatte um die 1.000-Euro-Prämie für Arbeitnehmer hat nicht nur im Handwerk Wellen geschlagen, sondern spiegelt auch einen tieferen Vertrauenskonflikt zwischen Staat, Wirtschaft und Gesellschaft wider. Viele im Handwerk fürchten, dass sie durch die Prämie gezwungen werden, Kosten zu stemmen, die sie nicht tragen können, was gerade kleinere Betriebe an die Belastungsgrenze bringt. Aktuell gibt es laut neuesten Medienberichten auch aus anderen Wirtschaftsbereichen ähnliche Kritik, zudem befürchten Experten, dass mit Einmalzahlungen oft mehr soziale Spaltung produziert wird, statt echte, nachhaltige Hilfen zu bieten – mehrfach wird nun gefordert, strukturelle Entlastungen wie Steuersenkungen oder gezielte Förderprogramme ins Auge zu fassen.

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