Die kontroverse Diskussion um den Maifeiertag spitzt sich derzeit zu. Vor allem innerhalb der Gewerkschaften löst allein der Vorschlag, den 1. Mai als gesetzlichen Feiertag abzuschaffen, empörte Reaktionen aus. Verdi-Chef Werneke sieht darin ein deutliches Zeichen für einen wachsenden Druck auf Arbeitnehmerrechte und den Sozialstaat an sich. In den Medien wird die politische Motivation hinter den Überlegungen kritisiert: Insbesondere in Zeiten wachsender wirtschaftlicher Herausforderungen wächst offenbar die Bereitschaft, bisherige Errungenschaften – sprich: soziale Standards – als Sparpotenzial zu betrachten. Gerade vor dem Hintergrund aktueller Haushaltsverhandlungen und Sparvorschläge sind zahlreiche Stimmen laut geworden, die eine Schwächung der Arbeitnehmervertretung befürchten. International wird der 1. Mai als Symboltag für Arbeitnehmende gesehen – eine Abschaffung in Deutschland hätte wohl auch Signalwirkung über die Landesgrenzen hinaus. Interessanterweise mischt sich in der Berichterstattung auch eine gewisse Angst vor einem soziokulturellen Klima mit, das auf einmal alte Gewissheiten infrage stellt. Die Regierungsparteien distanzieren sich bislang von konkreten Plänen, die Union relativiert entsprechende Überlegungen und spricht von einer offenen Diskussion. Klar ist: Die Debatte läuft gerade erst heiß – und das Thema dürfte auch in den kommenden Wochen nicht von der Tagesordnung verschwinden.
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