Preise an der Zapfsäule: Diesel fällt um 16 Cent, Super E10 immerhin 8 Cent günstiger – ADAC fordert weiteren Spielraum nach unten

In Deutschlands Tankstellenlandschaft tut sich was: Nach wochenlangem Frust der Autofahrenden zeigen die Preistafeln endlich Bewegung – runter, wohlgemerkt. Während der Dieselpreis im Wochenschnitt regelrecht purzelt, bleibt bei Super E10 der Rückgang vergleichsweise verhalten. So recht zufrieden ist damit aber niemand, schon gar nicht der ADAC.

15.04.26 13:52 Uhr | 9 mal gelesen

Der Einbruch beim Dieselpreis in Höhe von rund 16 Cent innerhalb einer einzigen Woche mag auf den ersten Blick wie ein kleiner Grund zum Aufatmen wirken. Noch letzte Woche war Diesel auf ein historisches Hoch geklettert – eine Entwicklung, die viele verunsichert und geärgert hat. Benzin (Super E10) wurde zwar auch günstiger, allerdings nicht annähernd so deutlich. Woran liegt’s? Laut ADAC spielte der Ölpreis zuletzt eine weitaus geringere Rolle, als man vielleicht meinen könnte; der Rohölpreis selbst ist seit Tagen äußerst stabil. Stattdessen gerät die im März eingeführte Preisbeschränkung, bekannt als 'Österreich-Modell', immer häufiger in die Kritik: Zwischen den festen Erhöhungszeitpunkten am Mittag und den anschließenden, tröpfchenweisen Preissenkungen klaffen aus Verbrauchersicht enorme Unterschiede – bis hin zur absichtlich erzeugten Hektik am Vormittag. Zusätzlich verstärkt der gestiegene Eurokurs den Kostenvorteil beim Rohöleinkauf, ohne dass er bislang konsequent an die Tanke durchgereicht wird.

Interessant: Die günstigste Zeit zum Tanken bleibt kurz vor zwölf Uhr mittags – kein Geheimtipp mehr, sondern sichtbare Folge einer zunehmend ritualisierten Preisdynamik. Nachts ist dagegen kaum Bewegung zu beobachten; morgens, ein Hauch von Entspannung, mittags dann wieder der Sprung nach oben. Das stört nicht nur Vielfahrer: Auch der ADAC fordert Korrektur – und begrüßt die geplante Senkung der Energiesteuer um 17 Cent je Liter, die Anfang Mai kommen könnte. Entscheidend, so betont der Verkehrsclub, sei nun, dass das Sparpotenzial wirklich eins zu eins beim Konsumenten landet. Wer sich einen Überblick verschaffen möchte, dem empfiehlt der ADAC die App 'ADAC Drive' für faire Vergleiche unter den zigtausend deutschen Zapfsäulen. Ausführliche Hintergründe und aktuelle Preistabellen gibts auch auf adac.de/tanken.

Pressekontakt: ADAC Kommunikation, T +49 89 76 76 54 95, aktuell@adac.de

Originalmeldung: ADAC über news aktuell

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Binnen einer Woche sind die Kraftstoffpreise in Deutschland erstmals seit Langem merklich gesunken: Besonders Diesel wurde im Schnitt um mehr als 16 Cent billiger, Super E10 immerhin um rund acht Cent. Die Bundesbürger erleben damit eine moderate Entlastung nach zuletzt historisch hohen Preisen – doch der ADAC kritisiert, dass der Rückgang längst nicht ausreiche und verweist auf die umstrittene Preisregelung sowie Währungseffekte, die bislang kaum an die Verbraucher weitergegeben werden. Aktuell diskutiert die Bundesregierung über eine befristete Steuersenkung, die den Sprit nochmals um 17 Cent pro Liter verbilligen soll und ab Mai geplant ist. — Ergänzung nach aktueller Recherche — In allen großen Medien ist der aktuelle Preisrückgang ein Thema, aber die Deutungen gehen auseinander. Die "Süddeutsche Zeitung" betont, dass schwankende Spotmärkte und geopolitische Risiken wie die Lage im Nahen Osten die Entwicklung jederzeit neu drehen können. "Zeit Online" berichtet von Unsicherheiten bezüglich der geplanten Steuersenkung: Es steht in Frage, ob Mineralölkonzerne die Entlastung tatsächlich an die Verbraucher weitergeben. Viele Kommentatoren sehen das 'Österreich-Modell' weiterhin kritisch, da es kaum Anreize für Preiskämpfe zulasse. Laut "Spiegel" siehe eine Nutzung von Tank-Apps als wichtigen Weg, sich dem Preisdiktat einzelner Anbieter zu entziehen und individuell günstige Zeitpunkte zu erkennen.

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