Naja, wirklich überraschend kommt das alles wohl keinem mehr vor – auch Heribert Rabl, Sprecher des Tankstellenverbandes, zeigte wenig Verwunderung, als er der 'Rheinischen Post' (Donnerstag) Rede und Antwort stand. Aus seiner Sicht war es ohnehin illusorisch zu glauben, dass die Politik dauerhaft für niedrigere Preise einspringen könnte, indem sie die Gewinne der Ölkonzerne ausgleicht. Tatsächlich rechnet die Branche nach Ablauf des Tankrabatts mit einem festen Niveau: Zwei Euro – und daran soll sich mittelfristig kaum etwas ändern. 'Wir sehen keinen Grund für eine nachhaltige Senkung', meinte Rabl unumwunden und brachte zugleich ins Spiel, dass die Konzerne 2024 ohnehin einen Rekord an Gewinnen eingeheimst hätten, gerade in Deutschland. Ein Punkt, den wohl auch viele Autofahrer eher mit Frust als mit Verständnis zur Kenntnis nehmen werden.
Wer nun auf dynamische Preisschwankungen um die Mittagszeit hofft, der dürfte enttäuscht werden. Rabl warnte davor, von der sogenannten 12-Uhr-Regel wieder abzuweichen – im Gegenteil: Noch mehr Klarheit und Berechenbarkeit an der Zapfsäule täten gut. Ein bisschen Verlässlichkeit sei die Mindestanforderung, wenn schon keine Erleichterung beim Preis in Sicht ist.
Kurz gesagt: Der Tankstellenverband glaubt, dass wir uns auf Spritpreise um die zwei Euro einstellen müssen. Die staatliche Entlastung läuft aus – wie erwartet, wird das die Preise nicht drücken. Die Profiteure sind überwiegend die großen Mineralölkonzerne, die auf dem deutschen Markt in diesem Jahr erhebliche Gewinne verbuchen konnten. Aus aktuellen Medienberichten geht zudem hervor, dass die Ölpreise auf den internationalen Märkten steigen, was den Spielraum für sinkende Endverbraucherpreise weiter begrenzt. Verkehrsminister Volker Wissing lehnt zusätzliche Eingriffe ab und verweist auf die Marktdynamik (Quelle: www.spiegel.de, www.sueddeutsche.de). Verbraucherschützer fordern mehr Transparenz bei der Preisgestaltung, aber kurzfristige Entlastungen sind nicht in Sicht.
Aktuell berichten taz, FAZ und Zeit zudem von Diskussionen über eine Reform der Energiesteuern, um langfristig Anreize für alternative Mobilität zu erhöhen. Die Energieblogger thematisieren, dass Tankstellen zunehmend auf E-Ladenetze und Biofuel umrüsten, um die Abhängigkeit vom klassischen Kraftstoffgeschäft zu mindern.