Jürgen Klinsmann bei 'maischberger': Politik und Fußball – Zwei Welten? Klinsmanns klare Haltung zur WM und seine Zuversicht fürs DFB-Team
Er sei kein Freund davon, wenn Spieler während einer Weltmeisterschaft politische Botschaften aussenden, betonte Jürgen Klinsmann in der Sendung 'maischberger'. Aus Sicht des ehemaligen Nationaltrainers sollte der Fokus bei einem solchen Turnier ganz allein auf dem Sport liegen – und insbesondere auf dem Erfolg der deutschen Mannschaft. Die DFB-Elf, so Klinsmann, habe durchaus das Potential, sich den Titel zu holen.
vor 8 Minuten | 1 mal gelesen
Eigentlich kennen wir das ja von ihm – Jürgen Klinsmann spricht gern Klartext, und bei 'maischberger' hat er es wieder getan. Dass der Ex-Bundestrainer vom Herumtragen politischer Appelle bei internationalen Fußballturnieren wenig hält, daraus machte er keinen Hehl: 'Du reist nicht in ein anderes Land, um auf dem Spielfeld politische Statements zu setzen', sagte er unverblümt. Er glaubt, solche Aktionen schadeten dem Teamgeist und könnten sich schlimmstenfalls sogar negativ auf das Abschneiden einer Mannschaft auswirken. Es klang fast, als sei das für ihn eine Frage des Respekts vor dem Gastland – in diesem Fall den USA. Statt politischer Ablenkungen wünscht er sich von der Nationalmannschaft „Leidenschaft, Teamchemie und Fokus“. Für Klinsmann steht fest: Holt die DFB-Elf ihr ganzes Potential raus, könnte das Team tatsächlich Weltmeister werden. Klingt vielleicht optimistisch – aber ein bisschen Hoffnung dürfte diesem Land nach den letzten Turnieren ganz guttun. Und ehrlich: Wer, wenn nicht er, dürfte einschätzen, wie es um den Teamgeist steht?
Klinsmann argumentiert grundsätzlich gegen das Vermischen sportlicher Großereignisse mit politischer Kritik und verweist auf die Gefahr, negative Auswirkungen auf das Team zu riskieren. Er unterstreicht, dass der Fokus der deutschen Mannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft klar auf Zusammenhalt, Ausdauer und sportlicher Topleistung liegen solle. Seine Einschätzung, dass das Team durchaus das Zeug zum Titel habe, trifft in einer Zeit, in der die Erwartungen an die DFB-Elf nach den letzten, eher enttäuschenden Jahren vorsichtig ausfallen, einen besonders motivierenden Ton. Ergänzend lässt sich feststellen, dass die Debatte um politische Botschaften im Fußball spätestens seit der WM 2022 in Katar verstärkt geführt wird und auch diesmal ein gesellschaftlicher Diskurs darüber entbrannt ist. Laut jüngsten Pressemeldungen werden Stimmen aus Politik, Verbänden und Zivilgesellschaft lauter, die einen sensiblen Umgang mit Gastgeberländern fordern – während auf sportlicher Ebene in Testspielen und Vorbereitung zahlreiche Neueinsteiger in die DFB-Elf integriert werden und ein Fokus auf mannschaftliches Miteinander und taktische Flexibilität gelegt wird.