Finanzierung der Postinfektions-Forschung stockt

Obwohl das Forschungsministerium mit großen Zielen für die 'Nationale Dekade gegen Postinfektiöse Erkrankungen' aufwartet, wurde bislang erst etwa die Hälfte der zugesagten Gelder für 2026 bereitgestellt – und tatsächlich abgerufen wurde sogar noch weniger.

heute 00:02 Uhr | 3 mal gelesen

Rund 22 Millionen Euro sind bislang von den möglichen Haushaltsmitteln für die 'Nationale Dekade gegen Postinfektiöse Erkrankungen' im Jahr 2026 eingeplant. Tatsächlich ausgezahlt wurden davon bisher lediglich 5,1 Millionen Euro – das ist, gelinde gesagt, wenig. Immerhin stehen für dieses Jahr insgesamt 50 Millionen Euro zur Verfügung, ein Tropfen auf dem heißen Stein angesichts der Dimension des Problems? Wer nüchtern rechnet, lässt sich von solchen Zahlen vielleicht wenig beeindrucken, doch für Betroffene und engagierte Politiker ist das mangelhafte Tempo ein klarer Rückschritt: Sonja Lemke, Bundestagsabgeordnete der Linken, nimmt kein Blatt vor den Mund. Für sie bleibt der Bundesregierung wenig Zeit – sonst verflüchtigen sich Versprechen, Hoffnungen und, ganz banal, die zugesagten Mittel. Lemke spricht von einem „gefühlten Stillstand“, der das eigentliche politische Vorhaben gefährdet. Also: Die Regierung solle dringend umdenken, sonst drohe das Vorhaben tatsächlich zu scheitern. Manchmal wirkt es, als würden politische Prioritäten Wellen schlagen und dabei die wichtigsten Dinge übersehen. Schätzungen zufolge leben mehrere hunderttausend Menschen in Deutschland mit postinfektiösen Erkrankungen; viele davon haben erst nach der Coronawelle Symptome entwickelt – eine Zahl, die vielleicht nur die Spitze eines größeren Eisbergs ist.

Bislang sind für die 'Nationale Dekade gegen Postinfektiöse Erkrankungen' lediglich rund 22 von insgesamt 50 Millionen Euro für 2026 festgelegten Fördergeldern eingeplant, tatsächlich abgerufen wurden sogar nur etwa 5,1 Millionen. Die Regierung gerät zunehmend in die Kritik, weil die Umsetzung des Projekts stockt, obwohl nach Schätzungen inzwischen mehrere hunderttausend Menschen in Deutschland an Langzeitfolgen nach Infektionen – insbesondere seit der Corona-Pandemie – leiden. Der Mangel an ausgeschöpften Mitteln weckt Befürchtungen, dass das Vorhaben wichtig bleibt, aber politisch und finanziell ins Leere läuft. Neue Recherchen zeigen, dass in den letzten Wochen vermehrt noch Initiativen und Aktionsbündnisse auf die schleppende Umsetzung hingewiesen und eigene Vorschläge für eine bessere Förderung unterbreitet haben. Besonders thematisiert werden Versorgungslücken, fehlende ambulante Strukturen und der zu langsame Mittelabfluss für Forschungsprojekte rund um Long COVID und ähnliche Krankheitsbilder. Zudem fordert eine wachsende Gruppe von Patient:innen und Ärzt:innen, rascher gezielt in Versorgungsnetze und psychosoziale Unterstützung zu investieren, um die Versorgungslücke pragmatisch zu überbrücken, bis mehr wissenschaftliche Erkenntnisse vorliegen.

Schlagwort aus diesem Artikel