Sobald die Temperaturen in Deutschland auf neue Höchstwerte klettern, werden Arbeitsplätze – drinnen wie draußen – rasch zur gesundheitlichen Belastung. Luigi Pantisano, der Vorsitzende der Linken, macht keinen Hehl daraus: Wer bei extremer Hitze schuften muss, ist ernsthaft gefährdet. Aber es geht nicht allein um Büroangestellte oder Bauarbeiter – auch Menschen, die in kleinen, kaum isolierten Mietwohnungen hausen, leiden. Die Linke fordert deshalb: Ein spezielles Kurzarbeitergeld für all jene, die draußen arbeiten. Zweitens will sie richtig festgeschriebene Maßnahmen im Arbeitsrecht, damit auch drinnen niemand ins Schwitzen kommt. Punkt drei: Menschen sollen in ihrer Nachbarschaft binnen kurzer Zeit einen kühlen Rückzugsort finden – also städtische Räume, die bei großer Hitze offen und zugänglich sind, unterstützt von speziellen 'Hitzebussen'. Weiter auf der Liste steht, dass öffentliche Schwimmbäder und Wasserflächen ausgebaut und gratis nutzbar werden sollen. Und zuletzt plädiert die Linke für eine Sanierungsoffensive in sozialen Brennpunkten – Dächer isolieren, Fassaden begrünen, einfach alles, was abkühlt. Vor allem Ältere, Schwangere und Obdachlose sind sonst gefährdet. Etwas ernüchternd ist die Tatsache, dass ausgerechnet Menschen mit geringem Einkommen die größten Hitzefolgen tragen – buchstäblich, wenn das Zuhause zur Sauna wird. Pantisano bleibt da klar: 'Wir dürfen diesen Sommer nicht schon wieder einfach hinnehmen.'
Die Linke stellt angesichts zunehmender Hitzewellen einen Plan mit fünf konkreten Maßnahmen vor, um sowohl Beschäftigte als auch benachteiligte Bevölkerungsteile zu schützen. Kernforderungen sind: Kurzarbeitergeld für Außenberufe, verbindliche Hitzeschutznormen fürs Arbeiten drinnen, leicht erreichbare kühle Zufluchtsorte, der Ausbau kostenfreier öffentlicher Wasserflächen im städtischen Raum sowie gezielte Sanierungen in Problemvierteln. Das Thema ist hochaktuell: Laut Medienberichten wurden allein im Juni in Deutschland hunderttausende Menschen durch Hitze gesundheitlich gefährdet und es gab zahlreiche hitzebedingte Todesfälle. Recherchen zeigen, dass Städte wie Berlin, Frankfurt und München zunehmend auf Prävention setzen und Pläne für Kühlräume, Wassernebelanlagen sowie mehr Grünflächen diskutieren. Die Bundesregierung debattiert seit Kurzem Anpassungen im Arbeitsrecht, etwa Hitzepausen oder geringere Kernarbeitszeiten bei hoher Temperatur. Dazu mehren sich politische Stimmen für einen bundesweiten Hitzeschutzplan auch jenseits der Vorschläge der Linken.