Heiner Wilmer, gebürtig aus Schapen im Emsland (Jahrgang 1961), ist ein Mann mit bewegter Vita und vielfältigen Stationen auf seinem kirchlichen Weg. Nach seinem Eintritt bei den Herz-Jesu-Priestern im August 1980, schloss er 1985 seine Ewige Profess ab und empfing 1987 in Freiburg das Priesteramt. Was ihn neben Religion faszinierte? Lernen und Lehren – was ihn zu Studienjahren in Rom und Freiburg und in Klassenzimmer zwischen Meppen und der New Yorker Bronx führte. Besonders prägend war für ihn das Amt des Schulleiters am Gymnasium Leoninum in Handrup und seine Tätigkeit als Provinzial und späterer Generaloberer der Herz-Jesu-Priester. Seit 2018 lenkt er als Bischof die Geschicke des Bistums Hildesheim – mit durchaus eigenwilligen Akzenten, etwa in gesellschaftlichen Debatten. Innerhalb der Bischofskonferenz übernahm Wilmer Verantwortung unter anderem als Vorsitzender der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen und der Kommission Justitia et Pax.
Der oder die Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz dient im Kern als Stimme und Gesicht der versammelten Bischöfe der Kirche nach außen. Obwohl diese Rolle formal an Beschlüsse der Vollversammlung und des Ständigen Rates gebunden ist, gibt es im Alltag durchaus Spielräume: In brenzligen Situationen kann der Vorsitzende selbst Erklärungen formulieren oder, wenn Entscheidungen offen sind, sich mit den zuständigen Kollegen abstimmen. Reißt der Geduldsfaden – etwa in Krisenzeiten –, ist Pragmatismus gefragt. Und sollte der Vorsitzende einmal ausfallen oder verhindert sein, springt der/die Stellvertretende mit ein. Übrigens: Wer ein Bild von Wilmer benötigt, findet in der Mediendatenbank der Deutschen Bischofskonferenz kostenfreie Porträts.
Dr. Heiner Wilmer SCJ, neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, bringt langjährige Erfahrung als Seelsorger, Generaloberer und Bildungsexperte mit. Auffallend ist sein Engagement in gesellschaftspolitischen Fragen, oft auch im Dialog mit kritischen Stimmen innerhalb wie außerhalb der Kirche. Zuletzt wurde seine progressive Haltung bei Themen wie Missbrauchsaufarbeitung und die Notwendigkeit eines Dialogs innerhalb der deutschen Kirche von Beobachtern hervorgehoben. Wilmer gilt als Brückenbauer mit Leidenschaft für gesellschaftliche Debatten, was ihm Respekt, aber auch Widerstand eingebracht hat. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung betonte Wilmer kürzlich die Bedeutung der Zusammenarbeit mit Laien und zeigte sich offen für Strukturreformen in der Kirche. Seine Wahl fällt in eine Zeit, in der die katholische Kirche in Deutschland mit Mitgliederschwund und Vertrauenskrisen kämpft, was den Erwartungen an Wilmer zusätzliche Schwere und Realität verleiht.