Wer heute mit seinem E-Auto quer durch Deutschland fährt, der erlebt fast schon Abenteuerliches: Ladesäulen gibt es inzwischen viele, doch wer den Anbieter wechseln will, steht häufig vor verschlossenen Türen. Markus Adam, Rechtsexperte bei LichtBlick, bringt es auf den Punkt: Lokale Anbieter halten vielerorts eisern die Stellung und nutzen ihre Macht aus – auf Kosten derjenigen, die eigentlich flexibel und günstig Strom tanken wollen. Die Folge? Undurchsichtige Tarife, hohe Kosten und eine eher mühsame Suche nach fairen Alternativen. Besonders für sogenannte Drittanbieter – also jene, die keinen direkten Zugang zu einzelnen Säulen oder dem lukrativen Quotenhandel haben – wird das Geschäft zunehmend unattraktiv. Intransparente Extrakosten, eine finanzielle Benachteiligung bis zu 86 Prozent und ein undurchdringliches Netz aus Gebühren verhindern echten Wettbewerb. Man muss sich das mal vorstellen: Ein Markt, der Wettbewerb bräuchte wie die Wüste Wasser, wird praktisch von wenigen Unternehmen dominiert, die am längeren Hebel sitzen. LichtBlick schlägt zur Problemlösung das sogenannte Durchleitungsmodell vor – ein Ansatz, bei dem das Ladenetz, ähnlich wie beim Stromnetz zu Hause, getrennt vom eigentlichen Stromanbieter existiert. Der Betreiber der Säule bekommt eine Nutzungspauschale, während Fahrstrom-Anbieter ihre eigenen Preise und Tarife anbieten können. Das bringt mehr Freiheiten für Verbraucher*innen, klare Kosten und echten Wettbewerb zwischen Anbietern. LichtBlick testet das bereits an ersten Schnellladestationen – zunächst vor allem für Firmenwagen, perspektivisch aber für alle E-Autofahrer*innen. Die aktuelle Analyse fußt übrigens auf Daten der Bundesnetzagentur und betrachtet ausschließlich bezahlpflichtige Normalladesäulen, die öffentlich zugänglich sind.
Die LichtBlick Monopolanalyse zeigt, dass an öffentlichen Ladesäulen weiterhin regionale Anbieter den Ton angeben und mit einem durchschnittlichen Marktanteil von 72 Prozent deutlich über der Wettbewerbsschwelle liegen – mit klaren Nachteilen für Fahrer*innen und insbesondere Drittanbieter, die beispielsweise beim Zugang zum THG-Quotenhandel ausgeschlossen sind. Neue Impulse könnten Modelle wie das Durchleitungsmodell bringen, bei dem die Infrastrukturbetreiber von Fahrstromanbietern getrennt werden und so fairerer Wettbewerb entsteht. In den letzten 48 Stunden wurde in den Medien die Perspektive von Verbraucherschützern verstärkt, die vermehrt Transparenz und Preisklarheit fordern. Zudem wird über neue Initiativen der Bundesregierung berichtet, die schnelleren Ausbau und gesetzliche Regelungen für Speicher- und Ladetarife vorantreiben – so zum Beispiel der Vorstoß für bundesweit einheitliche Abrechnungssysteme. Und schließlich gibt es Debatten um die Rolle der Stadtwerke, die mit innovativen Partnerschaften versuchen, den Markzugang für neue Anbieter und nachhaltige Lösungen zu fördern.