Dämpfer für Dortmund: Niederlage in Hoffenheim bringt Bayern fast zur Meisterschaft

Die TSG Hoffenheim schlägt Borussia Dortmund am 30. Spieltag mit 2:1 – und verschafft damit Bayern München die Chance, schon am Sonntag die Meisterschaft zu sichern.

heute 17:37 Uhr | 5 mal gelesen

Es gibt Spieltage, die laufen einfach komplett aus der Bahn – jedenfalls wenn man Anhänger von Borussia Dortmund ist. Am Samstag verlor der BVB überraschend mit 1:2 in Sinsheim gegen Hoffenheim. Hoffenheims Andrej Kramaric zeigte keine Nerven und verwandelte gleich zwei Elfmeter, einmal kurz vor der Pause, ausgelöst durch ein etwas unglückliches Handspiel von Niklas Süle, und den anderen tief in der Nachspielzeit. Erst hatte Dortmund ordentlich Schwung, Lemperle hämmerte den Ball an die Latte, aber dann kippte das Momentum. Hoffenheim arbeitete sich mehr und mehr ins Geschehen, bemühte offensiv – und Dortmund? Wankend, unsicher in der Abwehr. Irgendwie erinnerte es an eine Mannschaft, die den Kopf ständig in anderen Himmelsrichtungen hat. Nach dem Rückstand versuchte Dortmund sich aufzubäumen, schaffte aber erst in Minute 87 den Ausgleich. Serhou Guirassy (ja, tatsächlich, der ist aktuell richtig gut in Form) meldete sich spät, aber es reichte trotzdem nicht. In der Nachspielzeit wieder Kramaric vom Punkt – und Schluss. Die Bayern könnten nun am Sonntag gegen Stuttgart mit einem Remis alles klarmachen: Meistertitel Nummer 35. Nebenbei: Union Berlin unterlag zu Hause 1:2 gegen Wolfsburg, Bremen setzte sich 3:1 gegen den HSV durch, und Leverkusen kassierte eine 1:2-Heimpleite gegen Augsburg.

Das gestrige 2:1 von Hoffenheim gegen Dortmund hat in mehrfacher Hinsicht überraschende Signale gesetzt. Nicht nur, dass Hoffenheim zweimal durch Kramaric per Elfmeter traf – es war das gesamte Auftreten der Dortmunder, das Fragen aufwirft: zu fahrig, zu wenig Durchschlagskraft und hinten immer mal wieder unsortiert. Experten auf ‚Süddeutsche.de‘ heben hervor, dass besonders Bellingham und Co das Tempo nicht halten konnten; die Offensive wirkte abgesehen von einzelnen Momenten ideenlos (Quelle: Süddeutsche Zeitung). Eine Analyse auf ‚Krautreporter‘ geht noch weiter und sieht in der Niederlage ein Symptom struktureller Schwächen, die sich in wichtigen Spielen offenbaren (Quelle: Krautreporter). Gleichzeitig betonen Kommentatoren bei ‚Spiegel‘, dass die Bundesliga-Saison wieder mal frühzeitig entschieden sein könnte – nicht die beste Werbung für den Wettbewerb (Quelle: Der Spiegel). Auffällig außerdem: Die Dortmunder Defensive ist ein Sorgenkind, gerade wenn es zählt. Nach Stand heute scheint der elfte Meistertitel für den BVB in sehr, sehr weiter Ferne.

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