Henning Höne bestätigt: Deutliche Mehrheit für NRW-Landesvorsitz der FDP

Henning Höne kann mit kräftigem Rückhalt aus NRW ins Rennen um den Bundesvorsitz der FDP gehen.

heute 16:51 Uhr | 2 mal gelesen

Wer den FDP-Landesparteitag in Duisburg verfolgt hat, spürte eine gewisse Aufbruchsstimmung: Am Samstag erhielt Henning Höne, der amtierende Landeschef, rund 85 Prozent der Stimmen der Delegierten – so viel wie noch nie in seiner Karriere. Interessanterweise lag seine Zustimmung im vergangenen Jahr lediglich bei 79 Prozent und zuvor sogar nur bei 54 Prozent. Diesmal alles ohne Konkurrenten. "Wir haben uns gemeinsam ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Nordrhein-Westfalen soll ein Comeback erleben", sagte Höne nach seiner Wiederwahl. Er wetterte gegen einen "aufgeblähten Staat", der aus seiner Sicht eine gesunde Wirtschaft hemme, ganz als wollte er noch mal lauter auf die Pauke hauen. Parallel erhielten Frank Schäffler (65 Prozent) und Katrin Helling-Plahr (74 Prozent) erneut das Vertrauen als stellvertretende Landesvorsitzende, während Alexander Steffen aus Ratingen neu in dieses Amt (71 Prozent) gewählt wurde. Moritz Körner bleibt Generalsekretär mit 77 Prozent. Höne wagt jetzt das große Spiel: Der Bundesvorsitz der FDP steht auf seiner Agenda für Ende Mai und es könnte spannend werden – immerhin stellt sich Wolfgang Kubicki ebenfalls zur Wahl. Es bleibt also offen, wie die Karten auf Bundesebene neu gemischt werden.

Henning Höne fährt mit 85 Prozent der Delegiertenstimmen eines seiner besten Wahlergebnisse bei der NRW-FDP ein und unterstreicht damit seinen Rückhalt innerhalb des Landesverbands. Der Parteitag in Duisburg markierte zudem personelle Kontinuität bei den stellvertretenden Vorsitzenden und dem Generalsekretär, während mit Alexander Steffen auch eine neue Personalie im engeren Führungskreis auftaucht. Das hohe Votum stärkt Hönes Position auf dem anstehenden Bundesparteitag, wo er gegen den langjährigen Vize-Chef Wolfgang Kubicki antreten will, der als streitbarer und meinungsstarker Kontrahent gilt. Die NRW-FDP demonstrierte damit Geschlossenheit, obwohl in den letzten Monaten die Partei bundesweit unter Druck stand und in Umfragen zu kämpfen hatte. Der Anspruch, Nordrhein-Westfalen wirtschaftlich neuen Schwung zu geben und "gegen den fetten Staat" zu kämpfen, zieht sich weiterhin als Kernmotiv durch Hönes Kurs – auffällig ist, wie er klassische liberale Themen neu akzentuiert. Überregional kommentieren Beobachter, dass die FDP aktuell mehr denn je auf markante Persönlichkeiten angewiesen ist, die dem Image und der Erzählung der Partei frische Impulse verschaffen. Höne sagt von sich selbst, er wolle "das Comeback führen", womit nicht nur NRW gemeint sein dürfte, sondern die gesamte FDP auf Bundesebene – in Zeiten, in denen liberale Parteien europaweit unter Druck geraten.

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