Die Meinungen in der Wirtschaft zur Aktivrente könnten unterschiedlicher kaum sein. Während etwas mehr als ein Drittel der Unternehmen die Aktivrente als Chance sieht, Arbeitskräfte länger zu halten, stehen dem etwa 28 Prozent skeptisch oder sogar ablehnend gegenüber – das geht aus einer Befragung von Personalverantwortlichen, organisiert von Randstad und dem Ifo-Institut, hervor. Daria Schaller vom Ifo-Institut bringt es auf den Punkt: Manche hoffen darauf, so erfahrene Mitarbeiter binden zu können. Andere sehen darin aber eher ein Verschieben des Problems, nicht dessen Lösung. Bauklötze staunen lässt die Tatsache, dass schon jetzt sieben von zehn Unternehmen ältere Beschäftigte haben, die trotz Renteneintritt nicht ganz vom Arbeitsplatz lassen können oder wollen – meist bleiben sie dem Betrieb sogar treu. Interessant auch: Nur 17 Prozent der arbeitenden Rentner steigen nachträglich neu ein. Seit Jahresbeginn 2026 gibt es die neue Regelung: Wer im Ruhestand in einem Job bleibt, darf steuerfrei monatlich bis zu 2.000 Euro dazuverdienen – das kann in manchen Fällen fast wie ein kleines zweites Leben wirken. Ob das die Demografie-Probleme wirklich löst? Darüber ist sich die Wirtschaft offenkundig so gar nicht einig.
Die Aktivrente, die ab Anfang 2026 greift und einen steuerfreien Nebenverdienst für Rentner bis zu 2.000 Euro monatlich ermöglicht, erhält gemischte Bewertungen seitens der Unternehmen. Viele nutzen bereits jetzt ältere Mitarbeiter weiter, doch bleibt die Unsicherheit bestehen, ob dieses Werkzeug gegen den zunehmenden Arbeitskräftemangel tatsächlich nachhaltig wirkt. Bei genauerem Hinsehen – und das ergab auch die Recherche: Wirtschaftsexpertinnen wie Schaller zweifeln, ob die Maßnahme mehr als ein temporäres Pflaster ist; gesellschaftlich diskutiert man, ob die Attraktivität für Rentner ausreicht, um weiterhin aktiv zu bleiben. Gleichzeitig zeigen aktuelle Berichte in verschiedenen Medien, dass ältere Erwerbstätige oft mit finanziellen Sorgen, aber auch mit Lust am „Dabeibleiben“ motiviert werden können. Die deutsche Wirtschaft steht unter Druck: Der demografische Wandel ist längst angekommen, und die Aktivrente ist nur ein Mosaikstein – flankiert von Diskussionen über Zuwanderung, Weiterbildung und Flexibilisierung des Arbeitsmarkts.