Zecken im Winter? Warum Hundehalter jetzt besonders aufmerksam sein sollten

Egal ob beim Spaziergang im Nebel des Februars oder an goldenen Herbsttagen: Zecken treiben mittlerweile das ganze Jahr ihr Unwesen. Daher gilt für Hundehalter – überraschend konsequent – Zeckenschutz ist bald keine Option mehr, sondern Pflicht. Wer hier rechtzeitig vorbeugt, erspart seinem Vierbeiner Unannehmlichkeiten und sich selbst Sorgen um üble Krankheiten wie die Babesiose.

heute 10:32 Uhr | 5 mal gelesen

Ich hätte vor ein paar Jahren wohl selbst ungläubig geschaut: Zecken im tiefsten Winter, wo früher alles wie eingefroren erschien? Doch die Realität hat uns eingeholt: Mit den milden Wintern streifen Zecken – vor allem robuste Sorten wie die Auwaldzecke – auch bei Temperaturen knapp über null Grad durch Parks und Wälder. Besonders fies: Diese Zeckenart schleppt die Babesiose, auch Hundemalaria genannt, immer häufiger bis in den Norden Deutschlands – dabei galt das früher als südliches Problem. Klar, ein simpler Zeckenstich bleibt selten folgenlos, doch was viele unterschätzen: Babesiose kann den Hund richtig aus der Bahn werfen. Symptome wie Fieber oder plötzliche Schwäche klingen zunächst harmlos, doch ohne schnelles Handeln drohen komplizierte Folgeschäden. Gerade daher plädieren Tierärztinnen zu Recht für Prävention. Praktisch: Je nach Bedarf gibt es für den Hund Spot-ons, Tabletten, Halsbänder oder sogar Impfungen – alles mit unterschiedlicher Wirkdauer und Eignung. Wichtig ist halt, nicht einfach irgendwas zu nehmen, nur weil es im Bekanntenkreis empfohlen wird, sondern Tiermediziner zu Rate zu ziehen. Und trotzdem bleibt: das tägliche Absuchen, die berühmte Streichelrunde mit Suchfunktion – gerade an Ohren, Achseln oder zwischen den Zehen. Findet man eine Zecke, zügig und beherzt rausdrehen, nicht quetschen, keine wilden Hausmittel, und: Die Bissstelle kontrollieren. Merkwürdige Symptome? Lieber einmal zu oft beim Tierarzt klingeln. Unterm Strich: Zecken kennen keine Saison, wer Prophylaxe und Kontrolle ernst nimmt, schläft ruhiger – und der Hund bleibt gesünder.

Wegen des Klimawandels und immer wärmerer Winter sind Zecken schon ab etwa sieben Grad Celsius aktiv, einige sogar bei leichten Minusgraden. Auwald- und Wiesenzecken verbreiten Babesiose nun deutschlandweit, und klassische Vorsichtsmaßnahmen wie Zeckenprophylaxe (mit individuell passenden Mitteln) und tägliches Absuchen nach Spaziergängen gewinnen weiter an Bedeutung. Aktuelle Berichte betonen zudem die Zunahme weiterer von Zecken übertragener Krankheiten, wie Anaplasmose oder FSME, was den Druck auf Tierhaltende erhöht, ihre Vierbeiner konsequent zu schützen und auf ungewöhnliche Krankheitssymptome zu achten.

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