ADAC-Test: Wetter setzt Assistenzsystemen spürbare Grenzen – Hersteller schneiden unterschiedlich ab
Autos voller Elektronik und cleverer Sensorik – klingt nach Fortschritt. Doch wie reagieren diese Systeme, wenn Regen wie aus Kübeln prasselt oder Nebel dichte Wände bildet? Der ADAC hat es getestet. In einer ungewöhnlichen Halle, in der echtes Sauwetter künstlich produziert wurde, mussten verschiedene Wagen zeigen, wie fit ihre Notbremsassistenten und Co. unter solchen Bedingungen sind. Einige blieben cool, andere gaben früh auf. Besonders spannend: Nicht immer entscheidet die Masse der Sensoren über Erfolg oder Misserfolg.
heute 01:04 Uhr | 3 mal gelesen
Wenn es draußen richtig ungemütlich wird – klatschnasser Regen, dichter Nebel, dazu noch blendendes Sonnenlicht – wie gut funktionieren eigentlich die viel beworbenen Assistenzsysteme in modernen Autos? Um das herauszufinden, führte der ADAC eine aufwendige Testreihe in der Hightech-Wetterhalle der AVL in Roding durch. Die Testbedingungen waren alles andere als ein Spaziergang: Die Fahrzeuge mussten bei Tempo 30 sowohl auf stehende als auch bewegte Hindernisse reagieren. Das Ergebnis? Nun, das Bild ist durchwachsen. Phänomenal schlug sich der Mercedes CLA, der selbst im fast undurchdringlichen Nebel noch sicher abbremste. Ein kleiner Wermutstropfen: Einmal brach er eine begonnene Bremsung überraschend ab – irgendwie seltsam und auch etwas beunruhigend. Dass mehr Technik auch mehr Sicherheit bedeutet, widerlegt das Beispiel des Nio EL6. Mit Radar, Lidar und Kamera ausgestattet, geriet der Wagen spätestens im dichten Nebel ins Straucheln. Hier half auch die ganze Hightech nicht weiter. Überraschend robust zeigte sich hingegen das System von Tesla, das allein auf Kameras vertraut. Leichter Nebel und Regen beeindruckte das Auto wenig, doch bei extremeren Szenarien blieb eine automatische Notbremsung aus. BYD Seal enttäuschte sogar bei harmloserem Wetter mit schlechten Reaktionen: Weder eine Bremsung bei Gefahr noch überhaupt eine Warnung an den Fahrer, wenn das System aussteigt. Am Ende bleibt: Moderne Fahrassistenten können eine echte Hilfe sein, solange das Wetter mitspielt. Für den Fahrer bedeutet das – Augen auf und nicht blindlings auf die Technik verlassen. Hersteller sollten außerdem endlich eindeutige Warnungen geben, wenn die Elektronik bei Mistwetter schlappmacht.
Der ADAC-Vergleich offenbart: Kein getestetes Assistenzsystem ist unfehlbar – vor allem starker Regen und Nebel setzen den Systemen zu. Während der Mercedes CLA besonders gute Ergebnisse ablieferte, überraschte Tesla positiv trotz reiner Kameratechnik; der BYD Seal hingegen fiel mit massiven Schwächen bei schlechtem Wetter negativ auf. Zuverlässige Warnhinweise, wenn Systeme versagen, fehlen bei einigen Herstellern – eine Sicherheitslücke, die dringend geschlossen werden muss. Aktuell berichten viele Medien über zunehmende Probleme von Fahrassistenzsystemen bei wechselndem Klima und die Debatte, wie Mensch und Maschine im Auto besser zusammenarbeiten können. Experten fordern klarere Informationen für Fahrer, vor allem, weil bis zur Vollautonomie noch einige Hürden – Stichwort Wetterresistenz – zu nehmen sind.