Welthungerhilfe: Iranischer Konflikt treibt Sudan in tiefere Not

Die Welthungerhilfe schlägt Alarm: Der Iran-Krieg verschärft die ohnehin dramatische Hungersituation im Sudan. Durch die Blockade wichtiger Handelsrouten und steigende Spritpreise gerät die Versorgung der Bevölkerung immer weiter unter Druck – ein schleichender Kollaps droht.

14.04.26 01:02 Uhr | 31 mal gelesen

Es sind Zahlen, die einen innehalten lassen: Der Weizenpreis auf Sudans Märkten ist binnen kurzer Zeit um bis zu 70 Prozent gestiegen, bei Treibstoff sogar teilweise um 80 Prozent. Das klingt nach kalten Bilanzen, aber genügt ein Blick in die Gesichter der Betroffenen, um die Tragweite zu spüren. Über 33 Millionen Menschen sind im Sudan nun auf humanitäre Unterstützung angewiesen, 11,6 Millionen hat der Krieg bereits aus ihrer Heimat getrieben. Mathias Mogge, Chef der Welthungerhilfe, bezeichnete die Lage als 'größte humanitäre Krise weltweit' – eine Einstufung, die hart klingt, aber bei diesen Zahlen wohl kaum übertrieben ist. Die angesetzten Friedensverhandlungen werden von internationalen Geldern flankiert, doch Mogge warnt: Die Hilfsmittel dürfen nicht wie Karotten vor den Verhandlungstisch gehängt werden – denn Menschen hungern jetzt, nicht erst nach einem unterschriebenen Friedensvertrag. Eine Giftmischung aus politischen Blockaden, global steigenden Preisen und ganz realem Mangel – die Zeit drängt.

Die Versorgungslage im Sudan, ohnehin angespannt durch den seit 2023 eskalierenden Bürgerkrieg zwischen Armee und Rapid Support Forces, steht seit den jüngsten Spannungen im Nahen Osten unter noch größerem Druck. Die Blockade der Straße von Hormus treibt nicht nur die Preise für Nahrungsmittel und Treibstoff dramatisch in die Höhe, sondern verschärft auch die Fluchtbewegungen und die allgemeine Notlage der Bevölkerung. Hilfsorganisationen wie UNHCR und Ärzte ohne Grenzen berichten von einer akuten Unterversorgung, insbesondere in den umkämpften Regionen Darfur und Khartum, während laut UNO aktuell nur ein Bruchteil der benötigten Gelder für die humanitäre Hilfe zur Verfügung steht.

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