Vorwurf des Hitlergrußes gegen AfD-Politiker Reichardt – Ein schwelender Skandal

Martin Reichardt, AfD-Landesvorsitzender aus Sachsen-Anhalt und Bundestagsabgeordneter, steht wegen eines umstrittenen Fotos aus dem Jahr 2020 schwer unter Druck.

heute 18:19 Uhr | 3 mal gelesen

Es ist schon seltsam: Ein einziges Foto wirbelt plötzlich politische Realitäten durcheinander. Da steht Martin Reichardt Seite an Seite mit Parteikollegen, angeblich im Begriff, den Hitlergruß zu zeigen – so lautet zumindest der Vorwurf, den das Magazin 'Politico' verbreitet. Zwei namentlich nicht genannte Zeugen bestätigen diese Interpretation, doch die AfD wirft sich sofort schützend vor den Abgeordneten und weist alles kategorisch zurück. Auf dem heftig diskutierten Schnappschuss erkennt man außerdem einen Arzt, der früher mal für die AfD in den Landtag wollte, kniend vor Reichardt und ein Dokument in der Hand. Laut eigener Aussage des Arztes war es sein AfD-Mitgliedsantrag, der übrigens nie angenommen wurde. Der Bundesvorstand lehnte die Aufnahme gleich zweimal ab.

Im Zentrum steht ein Foto, das Martin Reichardt und andere AfD-Leute aus Sachsen-Anhalt in eine kompromittierende Pose zeigt, wobei umstritten ist, ob die abgebildete Geste ein Hitlergruß oder doch – wie von Reichardt behauptet – lediglich ein Scherz, ein symbolischer „Ritterschlag“, gewesen sein soll. Der Vorgang hat über die AfD hinaus Wellen geschlagen, etwa bis ins Büro des Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt, Sven Schulze (CDU), der unmissverständlich für Konsequenzen plädiert und eine klare Abgrenzung von rechtsextremen Symbolen fordert. Inzwischen ist auch verstärkt über den Umgang der AfD mit solchen Vorfällen und die Konsequenzen für das politische Klima in Deutschland diskutiert worden. Im Zuge aktueller Recherchen zeigte sich, dass die Diskussion unter deutschen Parteien stark polarisiert: Befürworter der AfD sprechen von einer Kampagne, während Kritiker insbesondere vor der Landtagswahl eine deutliche Distanzierung von rechtsextremer Symbolik fordern. Medien thematisieren verstärkt nicht nur die offiziell gezeigte Geste, sondern auch das zunehmend raue Klima zwischen CDU und AfD auf Landesebene, das durch die Vorfälle weiter angeheizt wird. Zudem tauchen erneut Fragen nach der innerparteilichen Reaktionsbereitschaft der AfD bei vergleichbaren Vorwürfen auf, insbesondere angesichts der baldigen Wahlen in Sachsen-Anhalt, wo die AfD in Umfragen vorn liegt.

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