Valentinstag mal anders: Warum weibliche Neugier auf männliche Sexpuppe wächst

Leipzig – Rosen im Überfluss, Sekt, Pralinen – nur das Date bleibt aus? Wer sagt eigentlich, dass es immer ein Mensch sein muss? Eine aktuelle Umfrage von JOYclub zeigt: Ausgerechnet eine Sexpuppe aus Silikon bringt Frauen zum Nachdenken. Klar ist: Für eine Beziehung taugt der 'Kerl' kaum, doch als Idee für den Valentinstag findet er überraschend viele offene Ohren.

heute 11:56 Uhr | 3 mal gelesen

Mal ehrlich, warum nicht mal was Verrücktes ausprobieren? Laut einer JOYclub-Umfrage wären fast 28% von 2.181 befragten Frauen bereit, mit einer männlichen Real Doll intim zu werden. Die Motive reichen von Lust auf Selbstbestimmung (und schlicht Selbstbefriedigung – mit satten 73,7%) bis hin zu Neugier und technikaffinem Ausprobieren (über 28%). Und zugegeben: Stress haben Frauen mit der Sexpuppe keinen, niemand zieht eine Laune oder Erwartung – das kann, so geben 26,9% zu, echt entlastend sein. Aber, das darf man nicht verschweigen, bleibt da nicht etwas auf der Strecke? Für viele (fast zwei Drittel!) fehlt die emotionale Ebene, die Rückmeldung, dieses Funkeln zwischen zwei Menschen. Was zählt überhaupt bei einer männlichen Puppe? Eindeutig: der Penis (Rang 3,3), erst dann folgen Kopf, Augen und – weit abgeschlagen – die Füße. Lustig am Rande: Kaum jemand weiß auf Anhieb, wie groß 20 Zentimeter überhaupt sind. Lineal raus, nachmessen – wirkt plötzlich wenig sexy, ist aber ehrlich. Die meisten Frauen bevorzugen einen 'überdurchschnittlich großen' Penis, aber auch nicht unbedingt XXL. Fazit? Die Silikonpuppe ist eher Experimentierfeld und so etwas wie ein Trainingspartner fürs Selbstbewusstsein, wie fast 30% sagen. Beziehung? Für die absolute Minderheit ein Thema. Aber manchmal, so schildert Autorin Lisa Opel, ist es genau diese Unkompliziertheit, die einem eine ganz neue Perspektive eröffnet. Und ja, ernüchtern kann das Ganze auch sein. Aber seltsam befreiend.

Der Trend, männliche Real Dolls zumindest gedanklich ins Liebesleben einzuladen, nimmt langsam Fahrt auf. Die Beweggründe sind vielschichtig: Experimentierlust, das Bedürfnis nach Autonomie und die Möglichkeit, sexuell unabhängig ohne Erwartungsstress unterwegs zu sein. Dennoch: Der Wunsch nach echter menschlicher Interaktion bleibt für die Mehrheit zentral, und so bleibt die Sexpuppe bislang eher ein Mittel zum Zweck und weniger Beziehungsmaterial. Wie neue Recherchen zeigen, erfährt der Markt für Sexpuppen einen Innovationsschub – nicht nur realistische Gestaltung, sondern auch technische Features wie künstliche Intelligenz oder steuerbare Funktionen machen die Produkte attraktiver. Die Diskussion rund um die Akzeptanz von Sexspielzeugen, besonders männlicher Real Dolls, nimmt in den sozialen Medien und Foren zu. Gleichzeitig bleibt ein ambivalentes Gefühl: Für viele Frauen wird die Puppe zum Ort der Selbsterfahrung und Selbstermächtigung, scheitert aber regelmäßig an der Schnittstelle zum echten menschlichen Miteinander.

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