Nicki Thiim: Wikingermut und Aston Martin – DTM-Alltag trifft Kindheitstraum

München – Wenn Motorsport auf nordischen Charme trifft: Nicki Thiim, Publikumsliebling mit dänischem Herz und markanten Bart, bestreitet seine erste DTM-Saison im Aston Martin vom Team Comtoyou Racing. Der zweifache Langstrecken-Weltmeister spricht offen über die Faszination der britischen Marke, Identifikation mit der Startnummer 007 und das, was ein Rennfahrer-Fan-Verhältnis eigentlich ausmacht.

heute 14:00 Uhr | 5 mal gelesen

Der Sprung: Endlich DTM mit Aston Martin – was geht dir durch den Kopf?

Wenn ich ehrlich bin, fühlt sich das ein bisschen so an, als würde ich als kleines Kind erneut am Streckenrand stehen, nur dass ich jetzt nicht Papa zuwinke, sondern im eigenen Aston sitze. Über zehn Jahre Aston Martin sind kein Zufall, diese Marke ist für mich Zuhause. Dass der DTM-Traum – der ja schon in den frühen Familienjahren keimte – nun Wirklichkeit wird, ist fast zu groß, um es zu fassen. Aufgeregt? Total.

Was verleiht Aston Martin eigentlich diesen mythischen Ruf?

Für mich ist’s dieses Zusammenspiel aus Understatement und dem kleinen Quäntchen Extravaganz. Die Autos sind keine Blender – Luxus ja, aber ohne Schnörkel-Overdose. Mir gefallen ihre leisen Details: dieses unaufdringliche Design, die Geradlinigkeit, das Innere bis ins kleinste Knöpfchen durchdacht und doch elegant. Irgendwie britisch, irgendwie unantastbar.

Und der Vantage GT3?

Vorher – und das kann ich hier ruhig sagen – war ich in einem anderen Auto gefühlt nie wirklich zu Hause. Jetzt sitze ich im Vantage GT3, fast jedes Wochenende im Einsatz. Das Auto fühlt sich an wie ein vertrautes Paar Handschuhe. Kein mentaler Spagat mehr, kein Umstellen. Der kernige V8-Turbo hat genug Wumms, der Look zieht Blicke an – Aston bringt tatsächlich neuen Sound und neuen Glanz in die Serie.

Die legendäre „007“ am Auto – mehr Bond oder eher nordischer Kämpfer?

Klar, als Aston-Fahrer die Startnummer 007 tragen zu dürfen, ist fast wie ein Ritterschlag. Bloß: Statt im Smoking sehe ich mich doch eher im Wikinger-Outfit – rau, direkt, aber mit Herz. Kein Bond, kein Superheld, sondern ein Typ, der anderen gern mal sportlich einschenkt.

Popularität bei den Fans – wie ist dein Draht zum Publikum?

Weißt du, viele vergessen, wie viel Herzblut und Aufwand Fans investieren. Die stehen am Gitter, frieren, feuern dich an, bauen ihre eigenen kleinen Geschichten um das Rennen. Wenn ich zurückgeben kann, dann mache ich’s. Manchmal reichen ja auch ein Lacher, ein ehrlicher Händedruck oder einfach ein Ohr für ihre Erlebnisse. Es hält einen auf dem Boden – wir sitzen alle im selben Boot, zumindest emotional.

Saisonziele, Lieblingsrennen – was geht in dir vor?

Die DTM ist für mich echt das Maß der Dinge. Endlich mit „meinem“ Auto und einem verdammt hungrigen Team angreifen zu dürfen, fühlt sich goldrichtig an. Große Träume, große Ansprüche. Der Norisring? Ganz klar, mein magischer Ort. Dort hab ich meinen ersten und bisher einzigen DTM-Sieg eingefahren. Eine solche Verbindung vergisst man nicht – das ist Herz, nicht nur Historie.

Nicki Thiim lebt und atmet Aston Martin – das merkt man nicht nur im Fahrerlager, sondern auch in jedem seiner Sätze. Die für ihn emotionale Premiere in der DTM mit der britischen Traditionsmarke ist kein Business-Deal, sondern die Erfüllung eines lang gehegten Kindheitstraums. Besonders schätzt Thiim an Aston Martin das Understatement, während der Schritt zurück in den vertrauten GT3-Rennwagen für ihn vor allem bedeutet, nicht mehr zwischen Fahrzeugkonzepten wechseln zu müssen. Die Fanbindung ist Thiim ein echtes Anliegen; er versteht sich als nahbarer Typ fernab von Starallüren. Für die Saison gibt er sich ambitioniert, der Norisring bleibt Ziel und Sehnsuchtsort. Recherchen aus den vergangenen 48 Stunden zeigen, dass Thiim in der Motorsportpresse überwiegend für Authentizität und fahrerisches Können geschätzt wird. Laut Quelle: SPIEGEL nimmt die DTM aktuell neue Impulse auf, auch durch Herstellerwechsel und personelle Überraschungen wie Thiims Engagement für Comtoyou Racing. Die DTM sieht sich laut Quelle: ZEIT einem Wandel unterzogen – mehr internationale Fahrer, Engagements namhafter Teams und steigende Fan-Aktivierung. Im Fokus steht aktuell die Diskussion um eine nachhaltige Ausrichtung der DTM und die Rückkehr klassischer Marken wie Aston Martin in die Startaufstellung (Quelle: Süddeutsche Zeitung).

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