Unaufhaltsame Fahrt: Max Langenhan rast zu Olympia-Gold in Cortina

Bei den Winterspielen in Cortina d'Ampezzo schafft es Deutschlands Rodel-Hoffnung Max Langenhan an die Spitze – vor Österreichs Jonas Müller und dem Lokalmatador Dominik Fischnaller. Eine Reise voll Nervenkitzel endet im kollektiven Freudentaumel.

heute 08:00 Uhr | 3 mal gelesen

Max Langenhan, der frisch gebackene Rodel-Olympiasieger, schreibt in Cortina d'Ampezzo sein eigenes Wintermärchen: Viermal verbesserte er den Bahnrekord – und das mit einer Gesamtzeit von 3:31,191 Minuten, die sich gewaschen hat. Für Langenhan selbst war das ein Moment zwischen Anspannung und stillem Genuss: 'Die ersten drei Läufe... ich war ehrlich gesagt ziemlich aufgeregt. Den letzten konnte ich wirklich auskosten.' 2022 war er noch enttäuscht Sechster geworden, diesmal passte einfach alles zusammen – selbst wenn die Saison zwischendurch von einem kleinen Fluch heimgesucht schien, weil zwar jedes Mal das Podium winkte, ein Sieg aber nie mit nach Hause ging. Sein Trainer nennt Langenhan schlicht eine 'coole Socke'. Passend dazu zeigt der junge Thüringer nach der Medaillenübergabe Gefühl: 'Das Ding ist so schwer – am liebsten würde ich es teilen und allen geben, die mich unterstützt haben.' Dass ausgerechnet in Cortina so viele aus seinem Umfeld dabei sein konnten, macht das Gold doppelt wertvoll. Er folgt damit auf Johannes Ludwig, der 2022 Gold holte und den Staffelstab sozusagen weitergibt. Interessantes Detail am Rande: Zwölf Mal schon holte Deutschland Olympia-Gold im Herrenrodeln, und das bei gerade mal 17 Austragungen seit 1964! Was kaum jemand sah: Max plagten heftige Nackenschmerzen. Die medizinische Crew werkelte sechs Stunden an seinem Genick – Schlaflosigkeit inklusive. Morgens dachte er: 'Das wird heute nichts.' Doch manchmal riskiert man es trotzdem – und siehe da: Es reicht. Silbermann Jonas Müller nimmt die Niederlage sportlich: 0,596 Sekunden fehlten ihm auf Gold, dafür gab's einen blitzsauberen Startrekord. Und Bronze? Die bleibt bei Dominik Fischnaller aus Italien. Dessen Erfahrung, laut eigener Aussage mehr als 200 Trainingsläufe auf dieser Bahn, zahlten sich aus, auch dank Heimvorteil. Apropos Dramatik: Der Lette Kristers Aparjods verpasst wegen eines verpatzten dritten Laufs das Podium. Österreichs zweiter Starter Nico Gleirscher – der Name lässt aufhorchen, schließlich gewann Bruder David 2018 – landet auf Rang fünf. Und Felix Loch, einst Seriensieger, kann nach völlig verpatztem Auftakt immerhin noch Schadensbegrenzung betreiben: Am Ende sechs, und das trotz 1,86 Sekunden Rückstand auf Langenhan. Die Stimmung am Eiskanal war elektrisierend. Politikprominenz drängelte sich am Streckenrand: Kanzler Merz gratulierte, Österreichs Christian Stocker fieberte mit und Lettlands Präsident Edgars Rinkevics war auch zugegen. Wenn also irgendwo die Kälte nebeneinanderliegender Sitzschalen keine Rolle spielte, dann heute.

Max Langenhan gewinnt bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Cortina d'Ampezzo Gold im Herrenrodeln – als souveräner Rekordfahrer mit vier Bahnrekorden in vier Läufen. Silber holt Jonas Müller aus Österreich, Bronze geht an Lokalmatador Dominik Fischnaller. Auffällig ist Langenhans Ehrlichkeit im Umgang mit seinen Einschränkungen (u. a. Nackenschmerzen) und der große Zuspruch seines Umfelds vor Ort. Der Sieg reiht sich ein in eine eindrucksvolle deutsche Rodeltradition, wobei es der inzwischen zwölfte Olympiasieg wurde; bemerkenswert ist auch die enge Verzahnung zwischen Athleten, Trainern und Verbänden, deren Bedeutung in den Statements immer wieder betont wird. Ergänzend zu diesen Fakten berichten aktuelle Medien darüber, dass Langenhan bereits im Vorfeld als Favorit galt. Die FAZ hebt zudem hervor, wie eng das Teilnehmerfeld selbst in der Breite blieb, während im Hintergrund schon Diskussionen um die Zukunft der Bahn in Cortina laufen, etwa wegen langfristiger Nutzbarkeit. Interessanterweise beleuchtet die Süddeutsche die Bedeutung der Erfolge für den Rodelsport-Nachwuchs in Deutschland und die Rolle von familiärer Unterstützung und Vereinsstrukturen, ohne die solche Erfolge kaum möglich wären.

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