Deutschland hinkt bei Weiterbildung: Ifo-Studie offenbart Nachholbedarf

Gerade mal 9,4 Prozent der Deutschen zwischen 25 und 64 Jahren nehmen an Weiterbildungskursen teil – der EU-Schnitt liegt deutlich darüber, wie das Münchner Ifo-Institut feststellt.

heute 09:17 Uhr | 4 mal gelesen

Stellen Sie sich vor, im europäischen Vergleich schneidet Deutschland in Sachen Erwachsenen-Weiterbildung ziemlich schwach ab. Nur Rumänien, Kroatien, Bulgarien und Griechenland liegen noch hinter uns, während Skandinavien vorneweg marschiert: Schweden, Dänemark, Finnland – dort nehmen spürbar mehr Menschen die Chance zur Weiterbildung wahr. Die Volkswirtin Jasmin Vietz vom Ifo-Institut bringt es in einem Interview auf den Punkt: Lebenslanges Lernen ist nicht nur irgendein Modewort, sondern Voraussetzung, um mitzuhalten, wirtschaftlich und gesellschaftlich. Spannend ist, wie das Thema Geduld hineinspielt – ein bisschen kurios sogar. Die Ifo-Forscher haben sich angeschaut, ob Menschen aus geduldigeren Kulturen öfter Weiterbildung machen, also bereit sind, kurzzeitigen Aufwand oder Kosten für langfristigen Nutzen in Kauf zu nehmen. Und tatsächlich: Wer geduldiger ist, sitzt öfter in Kursen. Dieser Zusammenhang zeigt sich sogar noch in der zweiten Generation von Einwanderern. Persönlich frage ich mich ja, ob Geduld in manch hektischem Arbeitsleben auch schnell ausgereizt ist – oder beim nächsten Weiterbildungsangebot nicht doch irgendwann siegt.

Deutschland bleibt bei Erwachsenenweiterbildung deutlich hinter dem EU-Durchschnitt zurück – nur 9,4 Prozent nehmen hierzulande regelmäßig an Kursen teil. Die jüngste Ifo-Studie bringt einen neuen Aspekt ins Spiel: Kulturelle Geduld beeinflusst die Weiterbildungsteilnahme stark, auch über Generationen hinweg. Ergänzende Informationen zeigen, dass Hürden beim Zugang, mangelnde Motivation oder fehlende Anreize den deutschen Wert drücken, während Skandinavien mit flexibleren Programmen punktet und teilweise auch finanziell unterstützt.

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