Der CDU-Auslandsverband Brüssel bringt mit seinem Antrag eine neue Vehemenz in die ohnehin erhitzte Debatte um Migration und Asyl in der EU. Während die Bundesregierung und die EU laut CDU Brüssel „auf gutem Weg“ seien, verlangen die Antragsteller sichtbar strengere Maßnahmen: unmittelbarere Zurückweisungen, erschwerte Einbürgerungen, schärfere Konsequenzen für extremistische Bestrebungen. Diese Vorschläge treffen auf ein rechtlich unsicheres Terrain, insbesondere wegen der EMRK – und sorgen dabei europaweit für Diskussionsstoff: Vor allem die Rückweisung ohne individuelle Prüfung kritisieren Menschenrechtsexperten und warnen vor einer Aushöhlung der bisherigen Asylstandards. Nach ergänzender Recherche gibt es zahlreiche Stimmen, die einen neuen Anlauf für eine einheitliche Asylpolitik in Europa fordern, da nationale Alleingänge das Gemeinsame bedrohen. Gerade weil die Thematik gesellschaftlich so polarisierend ist, scheinen sich Entscheidungsträger zunehmend an den Rändern der politischen Möglichkeiten zu bewegen, während Gerichte, NGOs und zum Teil auch Koalitionspartner kritisch bleiben.