Dienstagabend in der BayArena – dieses leicht flirrende Gefühl hängt in der Luft, wenn Favorit und Underdog aufeinandertreffen. Bayer Leverkusen wirkt konzentriert, fast mühelos, als Martin Terrier kurz nach einer halben Stunde das erste Tor erzielt. St. Pauli agiert nicht etwa zurückgezogen, zeigt sogar Herz, doch bleibt vor dem Kasten harmlos, trotz Kaars' vielversprechender Ausgleichschance kurz vor der Halbzeit – Fußball ist manchmal so. Nach der Pause wirkt das Spiel kurz offen, ehe Patrik Schick in Minute 63 eine punktgenaue Flanke von Aleix Garcia eiskalt einnetzt – 2:0, das sollte es eigentlich gewesen sein. Aber, wie viele in Leverkusen wissen, sicher ist erst, wenn der Schlusspfiff ertönt. Jonas Hofmann setzt zwei Minuten in der Nachspielzeit noch einen drauf. 3:0. Das Publikum pustet kurz aus, halb Spannung, halb Vorfreude. Noch ein Schritt bis Berlin? Man könnte fast meinen, nichts brennt an – doch im Fußball, so weiß man, kann selbst das Unwahrscheinliche Wirklichkeit werden.
Leverkusen steht nach dem souveränen 3:0-Sieg gegen den Zweitligisten FC St. Pauli im Halbfinale des DFB-Pokals, festigt damit seine gute Form und bleibt weiterhin heißer Kandidat auf den Titel. Die Werkself beeindruckte einmal mehr mit effizienter Chancenverwertung und entschlossener Defensivarbeit, während St. Pauli trotz mutigem Auftreten letztlich unterlegen war. In den vergangenen Tagen wurde zudem in anderen Medien hervorgehoben, wie die ausgeglichene Kaderbreite Leverkusen aktuell zu einer der gefestigsten Mannschaften Deutschlands macht – allerdings warnen viele Experten auch vor Überheblichkeit in der bevorstehenden Pokalphase.