AfD-Vize Gottschalk plant Teilnahme an umstrittenem "Remigrations-Gipfel" mit Sellner

Trotz der dringlichen Empfehlung der AfD-Führung, den Kontakt zu Martin Sellner zu vermeiden, beabsichtigt Vize-Bundessprecher Kay Gottschalk die Reise zum „Remigrations-Gipfel“ in Porto.

heute 13:59 Uhr | 6 mal gelesen

Der AfD-Vize Gottschalk betrachtet den bevorstehenden Remigrations-Gipfel als „Pflichttermin“, wie er es gegenüber t-online formulierte – auch wenn Martin Sellner, einer der bekanntesten Köpfe der Identitären Bewegung, dort als Redner und Mitveranstalter angekündigt ist. Viel Wirbel um nichts, schien Gottschalk zu signalisieren: Er wolle schlicht hören, welche Ansätze vertreten werden, und zur Not eben auch weitere Gespräche ins Auge fassen, sollte sich etwas Sinnvolles ergeben. Seine Bereitschaft zum Dialog geht laut eigener Aussage übrigens so weit, dass er offenbar sogar mit politischen Gegnerinnen oder Wladimir Putin sprechen würde – „zu viele rote Linien“ dürften nicht gezogen werden. Auf den Widerspruch zur Parteiführung, die Kontakte mit Sellner untersagt hatte, angesprochen, betonte Gottschalk, er sehe hier keinen Bruch. Schließlich gehe es nicht um eine AfD-eigene Veranstaltung; der Gipfel sei formal unabhängig. Zur Person Sellner bleibt zu sagen: Der österreichische Aktivist gilt als Kopf der Identitären Bewegung, die bundesweit als klar rechtsextremistisch eingestuft ist. Und das Bundesverwaltungsgericht urteilte sinngemäß, dass Sellners Ideen zur Remigration gegen die Menschenwürde und das deutsche Grundgesetz verstoßen.

AfD-Vize Kay Gottschalk hält an seiner geplanten Teilnahme am sogenannten 'Remigrations-Gipfel' in Porto fest, obwohl die AfD-Parteiführung explizit davon abrät, gemeinsame Veranstaltungen mit Martin Sellner durchzuführen. Gottschalk rechtfertigt sich damit, es handele sich nicht um eine offizielle Parteiveranstaltung; er sieht pragmatisch wenig Grund, Kontakte zu meiden. Sellner, zentraler Akteur der identitären Bewegung, steht aufgrund seiner extremistischen Positionen seit Langem unter scharfer Beobachtung der Behörden und seine Deportations-Konzepte wurden 2025 vom Bundesverwaltungsgericht als unvereinbar mit der Menschenwürde abgelehnt.

Schlagwort aus diesem Artikel