Es gibt im Fußball solche Partien, bei denen sich im Nachhinein kaum jemand an Einzelheiten erinnern will. England gegen Ghana erwischte genau so einen Abend: Die Briten drückten, verzweifelten aber wiederholt am Defensivriegel der Ghanaer. Trotz überwiegendem Ballbesitz fehlte England echte Durchschlagskraft – immer wieder blieben sie in der stabilen Abwehrreihe Afrikas hängen. Ein halbherziger Schuss von Kane vor der Pause, das war's fast schon, aufregender wurde der erste Durchgang nicht wirklich. Nach dem Seitenwechsel wuchs der englische Druck, Saka und Kane tauchten gelegentlich gefährlich vorm Tor auf, doch die Effizienz, von der englische Fans träumen, blieb ein Wunschdenken. Typisch eigentlich: Ghana blieb gefährlich durch ihre schnellen Gegenstöße. Ein Treffer von Adu wurde wegen Abseits aber einkassiert – eine Szene, über die man im Stadion noch länger diskutierte. Das torlose Remis hilft beiden Teams so mittel. England ist nun unter Zugzwang, Ghana kann mit dem Punkt etwas zufriedener sein. Jetzt geht’s für beide ums Weiterkommen – Nervenkitzel ist vorprogrammiert.
Ein klassisches Null-zu-Null, aber beileibe keine Langeweile: England dominierte zwar die Partie, scheiterte jedoch an Ghanas kompakter Defensive. Auffällig war, dass Ghana vor allem durch schnelle Konter für Gefahr sorgte – ein Plan, der fast aufgegangen wäre. In der Gruppe bleibt dadurch alles offen, was die Spannung für die kommenden Spiele deutlich erhöht. – Nach aktuellen Medienberichten bestätigen auch Analysten, dass Englands Offensive bislang enttäuscht und möglicherweise taktisch umgestellt werden muss. Außerdem gab es in den sozialen Medien Kritik am Trainerteam der Briten, da frühere Wechsel gefordert wurden (vgl. diverse Fußballportale). Ein Blick nach außen: Auch bei anderen Gruppenspielen der WM dominieren aktuell defensive Taktiken, was Diskussionen über die Attraktivität des Turniers entfacht hat.