Kriegswirren in der Ukraine: Zehntausende Soldaten verschollen

Im immer noch tobenden Konflikt zwischen Russland und der Ukraine bleibt das Schicksal von rund 100.000 ukrainischen Soldaten im Dunkeln.

24.06.26 01:02 Uhr | 54 mal gelesen

Das jedenfalls berichten verschiedene Medien, die sich dabei auf Aussagen der ukrainischen Abgeordneten Anna Purtowa beziehen. Purtowa schildert, dass niemand genau sagen kann, wie viele der Vermissten sich wirklich in russischer Gefangenschaft befinden. Nach den Regeln der Genfer Konvention wären beide Seiten verpflichtet, Namen von Kriegsgefangenen offenzulegen – doch dem scheint, zumindest im Fall Russlands, nicht so zu sein. Viele Familien, das betont Purtowa, warten schon seit Jahren mit wachsender Verzweiflung auf ein Lebenszeichen oder wenigstens ein paar eindeutige Informationen. Diese Ungewissheit, manche würden sagen: dieser Schwebezustand zwischen Hoffnung und Angst, zehrt stark an den Betroffenen. Purtowa erhebt zudem schwere Vorwürfe Richtung Moskau: Es werde weder der Zugang des Roten Kreuzes zu den Gefangenenlagern gestattet, noch werde für menschenwürdige Behandlung gesorgt. Im Gegenteil: Sie berichtet von systematischer Gewalt, mangelhaftem Essen und Beschimpfungen. Was gebraucht werde, so fordert sie, ist echter, spürbarer politischer Druck von außen, damit sich an dieser Situation tatsächlich etwas verändert. Immerhin spricht Purtowa nicht nur für die Soldaten, sondern auch für ganz normale Familien, Schwestern und Mütter.

Die Problematik rund um die vermissten ukrainischen Soldaten ist auch im Jahr 2024 ein zentrales und ungelöstes Thema. Nach jüngsten Schätzungen gelten bis zu 100.000 ukrainische Soldaten als vermisst, wobei unklar bleibt, wie viele davon – sofern überhaupt – in russischen Gefangenenlagern festgehalten werden. Internationale Organisationen bringen immer wieder ihre Sorge zum Ausdruck, dass grundlegende Menschenrechte in Teilen des Konflikts missachtet werden. Einiges an den Vorwürfen ist aktuell schwer nachprüfbar, da Russland nach Angaben Kiews dem Roten Kreuz oft den Zugang verweigert – diese Informationssperre verschärft das Leid der Betroffenen. Gleichzeitig ist festzuhalten, dass auch die russische Seite Angaben zu eigenen vermissten Soldaten und Kriegsgefangenen macht, wenngleich hierzu weniger internationale Berichterstattung existiert. Das Thema rangiert weit oben auf der Agenda der UN und diverser humanitärer Organisationen. Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung wurde jüngst eine neue Initiative im ukrainischen Parlament eingebracht, die unter anderem psychologische und physiotherapeutische Hilfen für betroffene Familien vorsieht, sowie eine bessere Dokumentation der Fälle und eine stärkere Zusammenarbeit mit internationalen Partnern, um mehr Transparenz und Aufklärung zu schaffen.

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