Die Problematik rund um die vermissten ukrainischen Soldaten ist auch im Jahr 2024 ein zentrales und ungelöstes Thema. Nach jüngsten Schätzungen gelten bis zu 100.000 ukrainische Soldaten als vermisst, wobei unklar bleibt, wie viele davon – sofern überhaupt – in russischen Gefangenenlagern festgehalten werden. Internationale Organisationen bringen immer wieder ihre Sorge zum Ausdruck, dass grundlegende Menschenrechte in Teilen des Konflikts missachtet werden. Einiges an den Vorwürfen ist aktuell schwer nachprüfbar, da Russland nach Angaben Kiews dem Roten Kreuz oft den Zugang verweigert – diese Informationssperre verschärft das Leid der Betroffenen. Gleichzeitig ist festzuhalten, dass auch die russische Seite Angaben zu eigenen vermissten Soldaten und Kriegsgefangenen macht, wenngleich hierzu weniger internationale Berichterstattung existiert. Das Thema rangiert weit oben auf der Agenda der UN und diverser humanitärer Organisationen. Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung wurde jüngst eine neue Initiative im ukrainischen Parlament eingebracht, die unter anderem psychologische und physiotherapeutische Hilfen für betroffene Familien vorsieht, sowie eine bessere Dokumentation der Fälle und eine stärkere Zusammenarbeit mit internationalen Partnern, um mehr Transparenz und Aufklärung zu schaffen.