SPD zeigt sich offen für Bilgers Pläne zu Bahn-Manager-Boni

Der CDU-Verkehrspolitiker Steffen Bilger will Bonuszahlungen für Manager der Deutschen Bahn künftig stärker an die Pünktlichkeit koppeln. Innerhalb der Großen Koalition und auch von den Ländern kommt Rückendeckung für diesen Vorschlag. SPD-Vertreter wie Isabell Cademartori halten diese Koppelung für überfällig.

heute 13:09 Uhr | 4 mal gelesen

Man merkt es ja selbst immer wieder: Ein Zug verspätet sich, der Anschluss ist weg, und am Ende fragt man sich, wer eigentlich dafür Verantwortung trägt. Politik und Öffentlichkeit erwarten, dass die Milliarden für Bahnausbau endlich in spürbare Verbesserungen bei der Zuverlässigkeit münden – und Manager auch wirklich liefern müssen. Der Thüringer Minister Steffen Schütz (BSW), selbst früher Unternehmer, bringt es auf den Punkt: In seiner Laufbahn gab es Sonderzahlungen nur, wenn Ziele wirklich voll erreicht wurden. Bei der Deutschen Bahn, meint er, gelten aber zu lockere Boni-Regeln – das verärgert nicht nur Kunden. "Der Bund hat das System ja erst ermöglicht", sagt Schütz. Deshalb begrüßt er sogar, dass der neue Verkehrsminister – Bilger – dieses System nachschärfen will: Die politische Unterstützung sei sicher. Bilger selbst betonte, dass der Bund bald mit der Bahn eine klare Vereinbarung treffen wird: Wie viel Geld gibt es für den Ausbau? Was sind messbare Ziele? Und – wichtig – wenn die Kennzahlen nicht erfüllt werden, dann soll das auch die Vergütungen an der Spitze beeinflussen. Im Klartext: Was nichts taugt, wird auch nicht mehr belohnt; ein Ansatz, den viele Steuerzahler schon lange fordern. Ein mutiger Schritt oder nur überfällige Korrektur? Das hängt wohl davon ab, wie konsequent das jetzt auch umgesetzt wird.

Die Diskussion um Bonuszahlungen für Bahnvorstände gewinnt erneut an Brisanz. Die SPD unterstützt grundsätzlich die Forderung, Boni tatsächlich an messbare Verbesserungen wie Pünktlichkeit zu knüpfen, und erhält dabei auch aus Ländern wie Thüringen Zustimmung. Hintergrund ist, dass Rekordinvestitionen in die Bahn-Infrastruktur zuletzt zu wenig spürbaren Fortschritt bei der Zuverlässigkeit brachten – und nun ein Umdenken im Vergütungssystem erwartet wird. Neuere Berichte vertiefen das Bild: Die Bahn kämpft weiter mit erheblichen Verspätungen; laut jüngster Statistik sackte die Pünktlichkeitsquote im Mai auf einen der tiefsten Stände der letzten Jahre ab, was auch immer stärker politisch diskutiert wird. Nach kontroverser Debatte im Bundesverkehrsausschuss hat sich zudem gezeigt, dass auch innerhalb der Bahn gewachsene Unzufriedenheit über die Zielvorgaben besteht, und die Gewerkschaften setzen zunehmend aufs Thema Leistungsorientierung. Die aktuelle Medienresonanz signalisiert, dass die Koppelung finanzieller Anreize an konkrete Fahrgastzufriedenheit und stabile Angebote längst überfällig ist.

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