Eigentlich eine klare Sache: Wer als Manager ordentlich Boni kassiert, sollte auch spürbare Verbesserungen liefern – zuverlässiger Bahnverkehr zum Beispiel. So sieht es zumindest Julia Verlinden von den Grünen. Sie macht aber keinen Hehl daraus, dass das eigentliche Problem viel tiefer liegt. Über Jahre – man könnte fast sagen: Jahrzehnte – floss zu wenig Geld in die Modernisierung des deutschen Schienennetzes. Manche Züge rumpeln durch die Republik, als stünden wir noch im letzten Jahrtausend. Kürzlich kündigte Verkehrsminister Steffen Bilger, CDU, an, dass es mit der schönen Bonus-Party für Bahnspitzenmanager nur weitergeht, wenn klar messbare Ziele erreicht werden. Klingt gut auf dem Papier, doch Verlinden bleibt skeptisch. Sie verlangt, der Verkehrsminister solle zusammen mit Finanzminister Lars Klingbeil, SPD, die finanzielle Kehrtwende schaffen. Alles Gerede über bessere Steuerung nütze wenig, wenn das Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaschutz nicht endlich „bei der Bahn und auf der Schiene“ lande. Mühsame Abstimmungsrunden, endlose Haushaltsdebatten – das hält sie nicht für akzeptabel. Offen bleibt, wie schnell Bund und Bahn das Ruder wirklich herumreißen.
Die zentrale Forderung der Grünen ist, dass Bonuszahlungen an Bahnmanager erst dann gewährt werden sollten, wenn konkrete Verbesserungen bei der Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit im Personenverkehr sichtbar werden. Sie machen jedoch auch darauf aufmerksam, dass der desolate Zustand des Schienennetzes hauptsächlich einer jahrzehntelangen Unterfinanzierung geschuldet ist und nicht allein durch Zielvereinbarungen gelöst werden kann. Neuere Entwicklungen (Stand: Juni 2024) zeigen, dass zahlreiche Baustellen im Streckennetz zu Einschränkungen im Fahrplan führen und die Deutsche Bahn selbst dringend eine langfristige Finanzierungssicherheit verlangt, um Modernisierung und Ausbau vorantreiben zu können. Die Bundesregierung debattiert derzeit Maßnahmen wie Sonderfinanzierungen und beschleunigte Planungsverfahren, um den Kollaps des Netzes abzuwenden. Gleichzeitig steigt der öffentliche Druck angesichts massiver Verspätungen, Zugausfälle und wachsender Unzufriedenheit der Fahrgäste.