Es war einer dieser Fußballabende, an denen man nicht so recht weiß, ob man mehr Mitgefühl mit dem knapp Unterlegenen oder Erleichterung für die Sieger empfinden soll. Das einzige Tor entstand in der 54. Minute – keine Torflut, aber in seiner Entstehung durchaus sehenswert: Budimir bugsierte den Ball nach dem Zusammenspiel von Pasalic und Stanisic aus kürzester Entfernung ins Netz. Auffällig: Panama, oft unterschätzt, lieferte in der ersten Halbzeit eine starke Vorstellung ab. Gerade Rodriguez kam Kroatiens Defensive gefährlich nahe, nur Livakovics Fingerspitzen und die Torlatte verhinderten einen Rückstand. Während Luka Modric gewohnt viel lief und die Passmaschine bemühte, gelang es ihm diesmal nicht recht, dem Spiel seinen unverkennbaren Rhythmus aufzuzwingen. Im zweiten Durchgang dann mehr Entschlossenheit bei den Kroaten – und nach dem Tor wankte auch Kroatiens Gewissheit: Panama setzte alles auf eine Karte, der Ausgleich lag zeitweise in der Luft. Die Schlussminuten waren vor allem Nervenprobe, weniger Fußballfeinkost. Livakovic, der kroatische Torhüter, avancierte endgültig zum Mann des Abends mit seinen Rettungstaten kurz vor Schluss. Kroatien bringt das knappe Ergebnis also über die Zeit. Für beide ging es fast schon ums Überleben im Turnier. Was nimmt man mit? Vielleicht, dass Fußball erstaunlich oft von Details lebt; und dass auch kleine Mannschaften immer für eine Überraschung gut sind.
Im Duell Kroatien gegen Panama setzte sich die Favoritenrolle letztlich dank eines Treffers Budimirs durch, wobei der Gegner mutig dagegenhielt und gerade in Halbzeit eins dem Führungstor sehr nahekam. Die Partie lebte von ihrer Spannung, da Kroatien sich mit dem knappen Vorsprung nie sicher fühlen konnte – Livakovic wurde mit seinen Paraden zu einem der Matchwinner. Die Begegnung verdeutlicht, wie schmal die Gratwanderung zwischen Favoritensiegen und WM-Überraschungen ist – und wie oft solche Spiele durch Nuancen, nicht durch dominantes Auftreten entschieden werden. Nach aktuellen Berichten aus internationalen Medien lag rund um die Partie die Aufmerksamkeit auch auf dem immensen Druck, der auf Kroatien lastet: Erwartet man von der Goldenen Generation doch mindestens das Achtelfinale, während Panama als Überraschungsteam mit erstaunlich viel Kampfgeist und taktischer Disziplin überzeugte. Weiterhin interessant: Es gab nach Abpfiff einige Diskussionen über das Schiedsrichtergespann und umstrittene Entscheidungen. In den kommenden Begegnungen wird sich zeigen, ob Kroatien mehr als nur Minimalismus bieten kann und ob Panama das hohe Energieniveau beibehält.