„Die Zahlen sprechen für sich: Die Härtefallregel bringt faktisch nichts“, betonte Rasha Nasr, migrationspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, im Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Von annähernd eintausend geprüften Härtefallanträgen wurde eine verschwindend geringe Zahl bewilligt – sieben, um genau zu sein. Die niedrige Erfolgsquote, meint Nasr, sei kein Indiz für fehlende Dringlichkeit, sondern für die extremen Hürden, die Antragstellende nehmen müssen. Sie kritisiert etwa, dass geltende Trennungszeiträume wie fünf Jahre für Kleinkinder oder sogar zehn Jahre für ältere Kinder den Familienbegriff ad absurdum führen. "Wer solche Maßstäbe anlegt, schafft Härtefälle gleich zu Beginn aus der Welt." Darüber hinaus müsse ein individuelles Unzumutbarkeitserleben vorliegen – in Zeiten massenhafter Not, wie etwa durch den Gaza-Konflikt, blendet diese Perspektive strukturelle Dramen aus. Seit Juli 2025 wurden laut Caritas 4.727 Härtefallanträge eingereicht, davon lediglich etwa ein Fünftel bearbeitet. Wirklich durchgekommen? Sieben Menschen. Bis Juli 2027 bleibt diese Regelung noch bestehen. SPD-Kinderbeauftragter Truels Reichardt zweifelt unterdessen schon an der verfassungsrechtlichen Zulässigkeit dieser faktischen Familien-Trennung: Das Grundgesetz stelle klar die Familie unter Schutz – die gelebte Praxis jedoch stehe dazu im Widerspruch. Auch warnt Reichardt davor, mit Märchen von 'Clan-Migration' zu argumentieren, wenn in Wirklichkeit von Eltern und ihren Kindern die Rede ist. Missbrauchsvorwürfe seien unbelegt. Nasr verlangt von Bundesinnenminister Dobrindt (CSU) jetzt Transparenz zu den tatsächlichen Auswirkungen der restriktiven Maßnahmen. Über eine Verlängerung müsse gar nicht erst geredet werden – vielmehr gelte es, spätestens zur Sommermitte 2027 den Berg an unbearbeiteten Anträgen endlich abzuarbeiten. Subsidiär Schutzberechtigte: Das sind Menschen, denen wegen Lebensgefahr in ihrem Heimatland ein vorübergehendes Bleiberecht anerkannt wurde, obwohl sie kein klassisches Asylverfahren durchlaufen konnten.
Die SPD kritisiert die aktuelle Härtefallregelung beim Familiennachzug für Menschen mit subsidiärem Schutz massiv – die Zahl bewilligter Anträge sei verschwindend gering, was an den übermäßig strengen Kriterien liege. Experten sowie die Caritas melden, dass von tausenden Anträgen nur sieben positiv beschieden wurden; die langen Trennungszeiten unter Höchstmaßstäben seien weder mit Kinderrechten noch mit dem vom Grundgesetz garantierten Familienschutz vereinbar. Auch Juristen diskutieren zunehmend über die Frage, ob diese restriktive Auslegung die Verfassung verletzt – bei Betroffenen wie Helfenden wächst die Frustration, weil weiterhin zahlreiche Familien jahrelang ohne Perspektive auf ein gemeinsames Leben bleiben müssen. Laut aktuellen Medien eine Debatte mit wachsendem gesellschaftlichen und politischen Druck: Die SPD will, dass spätestens nach Auslaufen der Aussetzung im Jahr 2027 schnelle Lösungen gefunden werden, während Migrationsexpert:innen und Flüchtlingsinitiativen bereits jetzt ein zeitgemäßes Konzept fordern, das langfristige Trennungen vermeidet und Missbrauchsmythen entkräftet.