Berliner Linke setzt Signal gegen Antisemitismus – Eralp kündigt klare Position an

Elif Eralp, Spitzenkandidatin der Berliner Linken, betont ihr Engagement für den Kampf gegen Antisemitismus und will dies im Koalitionsvertrag festschreiben.

heute 11:48 Uhr | 3 mal gelesen

„Mit uns gibt es ein eindeutiges Bekenntnis gegen Antisemitismus und für ein lebendiges jüdisches Miteinander“, ließ Elif Eralp gegenüber der Zeitung 'Welt' verlauten. Ihr Ziel: Jüdinnen und Juden sollen sich in Berlin nicht nur sicher fühlen, sondern uneingeschränkt am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Nach harscher Kritik an der Linken wegen ihrer jüngsten Positionierung zu Israel – Stichwort Genozid-Vorwurf – bemühte sich Eralp um offene Worte. Sie bedaure es, dass Zentralratspräsident Schuster dies als problematisch empfindet, bleibe aber gesprächsbereit. Ihre Kontaktpflege zu jüdischen Gemeinden hebe sie besonders hervor. Perspektivwechsel gehören für Eralp dazu: Während in Berlin viele Jüdinnen und Juden Alltagsangst verspüren und beispielsweise auf das Tragen der Kippa verzichten, leben Palästinenser*innen in Sorge um Angehörige im Gazastreifen. Für die Regierungsführung Israels fand sie klare Worte: „Die extrem rechte Führung in Israel muss man kritisieren, Waffenexporte stoppen, und auch die europäische Kooperation sollte überprüft werden.“ Ein anderes, aber verbundenes Thema brachte sie ebenfalls ein: Die Polizei müsse offener werden, insbesondere, was Entscheidungsfindungen etwa bei ‚kriminalitätsbelasteten‘ Zonen betreffe. Eralp fordert, das Berliner Sicherheitsorgan zu demokratisieren und übertriebene Aufrüstung zu vermeiden. Antidiskriminierungs-Schulungen für Polizeibeamte seien dringend notwendig, damit Polizisten die Vielfalt der Stadtgesellschaft repräsentieren und Fehlverhalten konsequent sanktioniert wird. Noch zu oft lande Kritik an exzessiver Polizeigewalt oder rassistischen Äußerungen in der Aktenablage.

Eralp positioniert die Berliner Linke klar im Kampf gegen Antisemitismus und betont den Schutz jüdischen Lebens, trotz jüngster Kontroversen um die Haltung der Partei zu Israel und Gaza. Sie fordert sowohl Solidarität mit jüdischen als auch palästinensischen Menschen in Berlin, kritisiert die rechtsgerichtete Politik der israelischen Regierung und verlangt den Stopp militärischer Unterstützung sowie eine Suspendierung des EU-Assoziierungsabkommens. Zudem setzt sie sich für eine polizeiliche Reform mit mehr Transparenz, Diversity-Sensibilität und konsequenter Ahndung von Fehlverhalten ein. Weitere Aspekte aus aktuellen Medien: Die gesellschaftliche Debatte um Antisemitismus in Deutschland hat sich in den letzten Monaten weiter verschärft, vor allem vor dem Hintergrund des Nahostkonflikts und zunehmender Übergriffe. Viele jüdische Verbände beklagen mangelnden Schutz und politische Instrumentalisierung des Themas. Dem entgegen stehen Forderungen nach einem differenzierten Diskurs und verstärktem Einsatz gegen jede Form von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, was auch strukturelle Reformen in Institutionen wie Polizei oder Bildungssystem einschließt.

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