Es ist schon kurios, wie viele Welterbe-Schätze in Hessen schlummern – und oft nimmt man sie einfach als Ausflugsziel wahr, ohne zu ahnen, wie besonders sie tatsächlich sind. Der Hessische Rundfunk rückt mit seiner Doku-Reihe ‚Weltwunder in Hessen‘ Orte wie den Obergermanisch-Raetischen Limes, das traditionsreiche Kloster Lorsch, die sagenumwobene Flusslandschaft des Oberen Mittelrheintals und die Fossiliengrube Messel ins Rampenlicht. Jede Folge (rund 45 Minuten) mischt Erkundung, Menschen-Porträts und kleine Exkurse in die Vergangenheit. Neben bekannten Experten und engagierten Welterbe-Bewahrern begegnet man auch Besuchern und sogar Influencern, denen History plötzlich ganz nah kommt. Mal mit dem Fahrrad am Limes, mal im Schaugarten des Klosters, mal bei einer Weinprobe mit Blick auf den Rhein – und immer wieder zeigt sich, dass Heimatgeschichte auch Abenteuer ist. Nicht alles ist Hochglanz und perfekt durchchoreografiert: Man spürt, dass da echtes Interesse steckt, etwas Freude am Ungeplanten. Und ehrlich, wann kommt man schon mal zum Fossiliensuchen vor laufender Kamera?
Die Doku-Reihe des hr macht Lust auf mehr – vor allem, weil sie große und kleine Geschichten erlebbar macht, hinter den Kulissen blickt und die Menschen zeigt, die Hessens Weltwunder prägen. Neben dem Fokus auf touristische und historische Aspekte geht die zweite Staffel stärker auf lokale Akteure und das Bewahren der Stätten ein: Auch aktuelle Herausforderungen wie der Sanierungsbedarf des Limes, die neue Nutzungskonzepte für das Kloster Lorsch oder Umwelt- und Klimafragen im Mittelrheintal fließen ein. Während die Grube Messel mit Grabungsaktionen Besucher anlocken will, werden im Oberen Mittelrheintal Initiativen vorgestellt, die nachhaltigen Tourismus fördern und traditionelle Handwerke bewahren.