Jens Spahn stößt Wiederbelebung der Atomkraftdiskussion an

CDU-Politiker Jens Spahn fordert, das Thema Kernenergie in Deutschland neu zu bewerten und plädiert für eine offene Debatte über eine mögliche Rückkehr und Reaktivierung ehemaliger Reaktoren.

heute 07:33 Uhr | 4 mal gelesen

Jens Spahn, seines Zeichens Vorsitzender der Unionsfraktion, hat kürzlich während eines Innovationskongresses ein Thema angeschnitten, das hierzulande längst in der Mottenkiste der Energiepolitik wähnte: die Atomkraft. Laut „Rheinischer Post“ betonte Spahn am Mittwochabend, dass es Studien gäbe, wonach die jüngst stillgelegten Kernkraftwerke mit Investitionen zwischen neun und zehn Milliarden Euro reaktiviert werden könnten. Er fuhr fort und argumentierte, dass Länder wie Frankreich oder Großbritannien Unsummen – die Rede ist von 30 bis 50 Milliarden Euro – für neue Atomkraftwerksbauten ausgäben, während Deutschland seine Kraftwerke bereits hätte. Ehrlich gesagt: Man muss dem Mann in einem Punkt Recht geben – es ist zumindest ein spannender Gedanke, ob es sinnvoll ist, bereits vorhandene Ressourcen weiterhin ruhen zu lassen. Aber ist die Gesellschaft tatsächlich bereit, noch einmal auf diese gespaltene Debatte einzusteigen? Spahn scheint das zumindest für notwendig zu halten: "Eine Diskussion ist es in jedem Fall wert." Wobei er natürlich darauf abzielt, Energieversorgung und Klimaziele unter einen Hut zu bringen. Wie das am Ende ausgeht? Schwierig zu sagen, aber die alte Atomkraftdiskussion hat wieder Fahrt aufgenommen.

Jens Spahn macht sich erneut für Atomkraft stark und fordert eine öffentliche Diskussion über die Reaktivierung abgeschalteter Kernkraftwerke. Seine Argumentation: In anderen Ländern fließen immense Summen in völlig neue Anlagen, Deutschland dagegen könnte stillgelegte Reaktoren mit vergleichsweise geringem finanziellen Aufwand wieder nutzen. Die Diskussion um die sogenannte Renaissance der Kernenergie gewinnt international angesichts von Klimakrise, Gaspreisen und drohendem Strommangel zunehmend an Bedeutung – aktuell denkt auch Polen über einen Einstieg nach, Frankreich erneuert alte Meiler, und in Schweden werden Neubauten geplant. Neben ökonomisch-technischen Argumenten werden allerdings auch Fragen zum Umgang mit Atommüll und zur gesellschaftlichen Akzeptanz wieder lauter – jüngste Umfragen zeigen eine vorsichtige Öffnung gegenüber Atomkraft, aber Skepsis bleibt. Neue Entwicklungen in der Forschung, insbesondere bei sogenannten Small Modular Reactors, könnten langfristig die Debatte weiter anheizen.

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