Erst am Dienstagmorgen sickerten die Details durch. Ein Sprecher der Bundesregierung bestätigte, dass Selenskyj mit seinen Ministern für Beratungen in der Hauptstadt erwartet wird – ganz offiziell, doch wohlbedacht im Verborgenen vorbereitet. Schwerpunkt scheint die Zusammenarbeit bei Drohnen zu sein: Produkte deutsch-ukrainischer Entwicklung stehen im Mittelpunkt, vielleicht werden sie sogar gemeinsam bestaunt. Vereinbarungen? Ja, vermutlich diverse Absichtserklärungen, aber Näheres bleibt noch im Nebel. Aus gutem Grund übrigens: Die Regierung hielt den Besuch geheim, offenbar, um allzu viel Aufmerksamkeit und jegliches Sicherheitsrisiko zu vermeiden. Bereits in der Nacht vorher spürte man vor Ort eine eigentümliche Spannung. Wer durch das Regierungsviertel kam, sah Polizisten, Gitter, ein fast gespenstisch abgeriegeltes Kanzleramt. All das – für ein Treffen, von dem bis kurz davor kaum jemand wusste.
Selenskyjs Besuch in Berlin dürfte nicht zuletzt wegen der aktuellen Frontlage und Russlands anhaltender Angriffe eine besondere Signalwirkung entfalten. Jenseits der öffentlich präsentierten Drohnen-Kooperation wird erwartet, dass hinter verschlossenen Türen über weitere Militärhilfen, Energielieferungen sowie Perspektiven für den EU-Beitritt der Ukraine gesprochen wird – wie informelle Quellen nahelegen. Auch vor dem Hintergrund der jüngsten Debatten um Deutschlands Rolle als Unterstützer der Ukraine, gewinnt dieses Spitzentreffen zusätzliche Brisanz.