ORF-Generaldirektion: Sonja Sagmeister lädt ein – Transparenz gefordert

Wien – Am kommenden Mittwoch will die unabhängige Kandidatin für das Amt der ORF-Generaldirektorin, Sonja Sagmeister, in einem offenen Pressegespräch auf die in ihren Augen undurchsichtigen Abläufe rund um die Auswahl des ORF-Chefs aufmerksam machen. Sie kritisiert, dass Bewerberinnen und Bewerber mit exzellentem Lebenslauf kaum Chancen haben, solange sie nicht von einflussreichen Kreisen im Stiftungsrat unterstützt werden.

heute 17:20 Uhr | 1 mal gelesen

Der Termin: Mittwoch, der 3. Juni, um 10:00 Uhr, in der VINO Bar (Liechtenfelsgasse 3, 1010 Wien). Sagmeister sieht das Bestellungsverfahren zur Wahl der ORF-Geschäftsführung als entschieden vorgeprägt von politischen und persönlichen Netzwerken – zu Lasten unabhängiger Kandidatinnen. Ohne Protektion durch einen mächtigen Freundeskreis werde man schlicht „aussortiert“. Damit, so Sagmeister, würde das ORF-Gremium erneut zur Spielwiese für Insider, während fachlich starke Lebensläufe aus Journalismus und Management, mit internationaler Erfahrung, kaum berücksichtigt werden.

„Nach den jüngsten Vorfällen steht der ORF an einem Wendepunkt: Wenn die Bestellung des Generaldirektors parteipolitisch abgestimmt ist, ist das ein Alarmsignal – vor allem für ehrliche Mitarbeiter und für alle, die Rundfunkgebühren zahlen“, mahnt Sagmeister. Ihr Motto: „ANECKEN statt ANBIEDERN“. Als langjährige ORF-Journalistin betont sie, dass objektive Berichterstattung kein Wunsch, sondern gesetzlicher Auftrag sei. Ein öffentlich einsehbares Register zur Einflussnahme auf den ORF wäre für Sagmeister selbstverständlich.

Sie verweist darauf, dass zu oft Männer mit maximal Schulabschluss auf Leitungsposten hoben, während echte Kompetenz und Vielfalt hintenüberfielen. Wichtige Themen, etwa aus den ORF-Landesstudios oder von Auslandskorrespondenten, werden damit unter den Tisch gekehrt. Ihr Vorschlag: Ein von Bürgern gestalteter Publikumskonvent, übertragen im ORF. Mit neuen Ideen könne der ORF seiner Meinung nach durchaus wieder Vorbildcharakter für Europas öffentliche Sender gewinnen – so ähnlich wie einst die BBC.

Sagmeister bringt nicht nur als promovierte Medienfachfrau und Managerin, sondern auch durch ein internationales Executive-Programm zur Medieninnovation und jahrelange Arbeit als Korrespondentin in Brüssel, plus 50 weiterer Länder, Erfahrung ein. Sie ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und hat auch sozial-unternehmerisch Akzente gesetzt – etwa durch ein mehrfach ausgezeichnetes Afrika-Projekt unter Beteiligung von EU und UNIDO.

Für Nachfragen: Temmel, Seywald & Partner, Dr. Wilfried Seywald, Tel: 0699-18114006, E-Mail: seywald@tsp.at

Sonja Sagmeister, promovierte Medienexpertin und erfahrene ORF-Journalistin, kritisiert in Vorbereitung auf die anstehende ORF-Generalswahl die mangelnde Transparenz und das politische Geschachere um die Spitzenposition des öffentlich-rechtlichen Senders. Sie mahnt, dass engagierte, fachlich hervorragend qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber meist an verkrusteten Machtstrukturen sowie Stiftungsrats-Seilschaften scheitern. Mit ihrem eigenen Konzept möchte Sagmeister die Debatte um den ORF neu beleben und fordert u.a. ein öffentliches Interventionsregister sowie mehr Beteiligung der Gebührenzahler – Ansätze, die tatsächlich zur Modernisierung und Öffnung des Senders beitragen könnten. In den letzten 48 Stunden berichtete die österreichische und deutschsprachige Presse weiterhin über die Debatte um Medienpolitik, strukturelle Transparenz und das Spannungsfeld zwischen öffentlichem Auftrag und politischer Einflussnahme. Im Fokus stehen neben dem ORF auch der Umgang von Medienhäusern mit Skandalen und die Rolle unabhängiger Kandidaturen. International wird laut Zeitungsberichten zudem gesondert auf innovative Tools zur Publikumseinbindung und die wachsende Kritik an intransparenten Besetzungsverfahren in öffentlich-rechtlichen Strukturen hingewiesen.

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