FDP-Spitze: Kubicki kontert Spott von Strack-Zimmermann – und will weiter zusammenarbeiten

Nach einem Wahlkampf voller Spitzen hat FDP-Urgestein Wolfgang Kubicki seiner parteiinternen Rivalin Marie-Agnes Strack-Zimmermann in typischer Manier gekontert – mahnt aber zugleich zur gemeinsamen Sache.

heute 16:46 Uhr | 4 mal gelesen

Wolfgang Kubicki, frisch als FDP-Vorsitzender bestätigt, wurde nach der Wahl von einem augenzwinkernden Tweet seiner Kontrahentin Marie-Agnes Strack-Zimmermann bedacht: Sie bemerkte, sie wisse jetzt, wo der Hammer hänge, habe ihn an sich genommen – nicht, dass Kubicki sich versehentlich verletze. Kubicki, selten um einen Kommentar verlegen, gestand daraufhin im Interview mit "Welt": Er habe tatsächlich mal versucht, liberale Nägel mit einem Gummihammer einzuschlagen, sei aber „gnadenlos gescheitert“. Das Gerangel auf Twitter – ein klassischer liberaldemokratischer Schlagabtausch? Jedenfalls betont Kubicki, man solle die Auseinandersetzung nicht überbewerten. Nach 13 gemeinsamen Jahren in den Führungsetagen der FDP seien „Neckereien“ sozusagen Normalzustand. Und: Letztlich hätten beide „im Präsidium alles wieder freundlich ausdiskutiert“. Kubicki nahm auch Stellung zur viel beschworenen Flügelbildung – 40% und 60%, links, rechts… Für ihn sei das Quatsch. "Es gibt keinen einzigen politischen Punkt, in dem wir weit auseinanderliegen", fügt er an und schmunzelt fast. Strack-Zimmermann treibt die Sache jedoch nochmal weiter. Im Gespräch mit T-Online betont sie, ein Vorsitzender brauche motivierte Weggefährten, „Niemand zieht allein durch.“ Es gehe um konstruktive Zusammenarbeit und gegenseitigen Respekt. Sie wolle nicht Stachel im Fleisch von Kollegen sein, wohl aber der anderen Parteien – schließlich solle die FDP wieder auf Erfolgskurs kommen. Zur Rolle der AfD zieht sie eine klare Linie: Die FDP bleibe bei Argumenten und Stil, schrille Töne und rechte Parolen seien kein Rezept zur Rückgewinnung von Wählern.

Kubicki und Strack-Zimmermann führen ihre Differenzen zuweilen lebhaft öffentlich aus, mahnen aber zur Teamarbeit in der FDP, die derzeit angesichts schwacher Umfragewerte und interner Richtungsdebatten dringend geboten scheint. Die Partei steht unter Druck: Das Bündnis mit SPD und Grünen im Bund wird von der eigenen Basis und vielen Wählern kritisch gesehen, insbesondere angesichts der Diskussionen um Migration, Wirtschaftsförderung und die Konkurrenz durch die AfD. Aktuelle Debatten aus den letzten Tagen zeigen, dass sich FDP-Politiker*innen verstärkt um ein klares Profil und Geschlossenheit bemühen; jüngst wurde auch beim Mitgliederentscheid zur Europawahl ein überraschend breites Meinungsbild sichtbar, was die Spannungen in der Partei weiter illustriert. Zudem bemüht sich die FDP, gemäß zahlreicher Medienberichte, gerade um ein pragmatisches Verhältnis zur Ampel-Koalition, aber auch um schärfere Abgrenzungen gegenüber Rechtspopulisten – ein Spagat, dessen Ergebnis offen ist.

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