Merz empfängt Selenskyj überraschend im Kanzleramt

Mit einer herzlichen Umarmung begrüßte Friedrich Merz, CDU-Chef und Bundeskanzler, am Dienstag den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Berlin – ein Treffen, das erst kurzfristig publik wurde.

heute 10:59 Uhr | 15 mal gelesen

Solche Szenen gibt es nicht alle Tage: Nach knapp zwei Jahrzehnten funkstille auf Regierungsebene saßen am Dienstag im Kanzleramt plötzlich ukrainische und deutsche Minister einander gegenüber. Für mich persönlich hatte das fast etwas wie ein Déjà-vu mit leichtem Nervenkitzel, denn die Ankündigung des Treffens erfolgte erst wenige Stunden vorab – offenbar eine Maßnahme, die der Sicherheitslage geschuldet war. Vor Ort hieß das: Die Polizei hatte das Areal dermaßen abgeriegelt, dass selbst die Luft irgendwie angespannt wirkte. Selenskyj reiste nicht alleine an, sondern brachte gleich mehrere seiner Minister mit – offenbar mit handfesten Projektideen im Gepäck. Sogar gemeinsam gefertigte Kampfdrohnen standen auf der Agenda, die man gemeinsam in Augenschein nehmen wollte. Und wie ich hörte, lagen einige Absichtserklärungen zur Unterschrift bereit. Der inoffizielle Höhepunkt: Ein Arbeitsmittagessen im Plenum als Abschluss, von dem allerdings noch nicht einmal das Menü durchsickerte. Vieles blieb ohnehin vage – wohl, weil Diskretion derzeit mindestens so wichtig ist wie diplomatische Routine.

Der ukrainische Präsident Selenskyj und Bundeskanzler Merz haben in Berlin den Grundstein für neue Kooperationen zwischen ihren Regierungen gelegt – erstmals seit 2004. Schwerpunkte des Treffens waren neben der Unterstützung für die Ukraine in Kriegszeiten auch technologische Zusammenarbeit, etwa bei der gemeinsamen Drohnenproduktion. Deutschland sicherte erneut feste Solidarität mit der Ukraine zu; nach Einschätzung internationaler Beobachter gewinnen diese engen deutschen Signale im Ringen mit Russland zunehmend an strategischer Bedeutung. Zusätzlich wurde bekannt, dass Deutschland ein weiteres umfassendes Militärhilfepaket zusichern möchte – laut offiziellen Pressemitteilungen stehen Patriot-Flugabwehrsysteme und Munitionslieferungen zur Debatte. Internationale Medien betonen, dass die ungewöhnlich kurzfristige Bekanntgabe des Treffens das hohe Maß an Sicherheitsbedenken unterstreicht.

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