Fahrrad-Frühlingskur: Mit Mülltrennung zum grünen Gewissen

Es ist soweit – das Rad wird aus seiner Winterruhe geweckt. Doch bevor die erste Ausfahrt lockt, sind nicht nur Putztücher und Öl gefragt, sondern auch kluges Müll-Handling. Denn: Was beim Frühjahrs-Check alles anfällt, gehört nicht achtlos in eine Tonne geworfen.

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Wer in diesen Tagen am Straßeneck jemanden mit Eimer, Bürste und eingerostetem Rad stehen sieht, lernt: Der Frühling zwingt selbst Bequeme zum Fahrrad-Frühjahrsputz. Mir geht das übrigens nicht anders – die ersten Sonnenstrahlen, und ich wühle zwischen Flickzeug-Karton und uralten Schmierölflaschen. Beachtlich: In deutschen Kellern und Garagen dümpeln fast 89 Millionen Fahrräder. Auch das Recycling-Aufkommen wächst da schnell mit. Aber wohin mit den Resten? Spraydosen leer, der Kanister vom Kettenreiniger tropfnass und die Pappschachtel voller Ölflecken. "Trennen, was zu trennen geht!" – das ist das Motto, sagt Axel Subklew von "Mülltrennung wirkt". Es klingt simpel, ist es aber selten. Denn eine Öl-Lache auf dem Pflaster ist nicht nur doof fürs Schuhwerk, sondern fürs Grundwasser. Alles, was nach Motoröl riecht, gilt als Sondermüll. Und: Manche Regeln für die Entsorgung sind sogar von Ort zu Ort unterschiedlich. Kommunale Beratungsstellen wissen weiter – ein Anruf genügt, oder eben der Blick auf die Postleitzahlsuche im Netz. Beim Werkzeug-Einkauf für den Saisonstart fallen meist Papphüllen, Blisterpackungen und Folien an. Kleiner Tipp: Karton und Plastik, sofern voneinander trennbar, gehören jeweils in die Papiertonne oder Gelbe Tonne. Aber manchmal ist die Verpackung eine fiese Mischung – da trennt man, was zu trennen geht, oder fragt zur Not beim Wertstoffhof. Warum das alles? Na klar: Je sauberer wir die Wertstoffe trennen, desto öfter kehren sie in neuen Produkten zurück. Aus Papier entstehen bis zu 25 Mal neue Bögen, Metalle laden praktisch unbegrenzt wieder im Kreislauf. Das ist nicht nur für Umwelt-Perfektionisten ein gutes Gefühl. Mein persönlicher Gedanke: Vielleicht fühlt sich der erste Ausritt auf dem geputzten Fahrrad doppelt gut an, wenn man weiß, dass Abfall und Klima dabei nicht auf der Strecke bleiben. Für mehr Tipps, reichlich Hintergrundwissen – und wer sich danach noch weiter informieren möchte – lohnt ein Klick auf die Webseite der Initiative.

Mit dem Frühling steht für viele Hobby- und Alltagsradler:innen die Fahrradpflege an. Dabei fällt allerlei Müll an – von leeren Reinigungsflaschen bis zu ölverschmierten Lappen. Entscheidend ist: Sorgfältiges Mülltrennen (und das Beachten regionaler Besonderheiten bei Sonderabfällen wie Öl) fördert erfolgreiches Recycling und schont Umwelt und Ressourcen. 'Mülltrennung wirkt', eine Initiative der dualen Systeme, informiert dazu bundesweit und bietet weiterführende Beratung. Neu ist, dass in jüngster Zeit die Nachfrage nach E-Bikes steigt, wodurch sich auch die Abfallmengen an Akkus und Elektronikteilen erhöhen – hier gelten nochmals spezielle Rücknahmepflichten für Händler und ein besonderes Augenmerk bei der Entsorgung. Zudem gibt es in einigen Städten Pilotprojekte, die das Recycling von Fahrradteilen direkt an Sammelstellen fördern, etwa durch mobile Werkstatt-Aktionen. In aktuellen Medienberichten wird außerdem zunehmend auf den Zusammenhang zwischen richtiger Mülltrennung und dem Erreichen der deutschen Klimaziele hingewiesen.

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