Wolfgang Kubicki kontert Altersvorwürfe bei FDP-Vorsitz-Debatte

Wolfgang Kubicki widerspricht den Argumenten, er sei mit seinen 74 Jahren zu alt, um den FDP-Vorsitz zu übernehmen.

heute 06:02 Uhr | 10 mal gelesen

Manchmal frage ich mich wirklich, warum das Alter immer gleich als Makel herhalten muss – so ähnlich klingt es aus Kubickis Mund im "Machtmenschen"-Podcast von Focus. Das Gerede über sein Alter sei für ihn schlichtweg langweilig geworden, sagt er – und ich kann es irgendwo nachvollziehen. Erfahrung, innere Ruhe und sogar eine gewisse Unabhängigkeit seien, laut Kubicki, echte Trumpfkarten. Einziger Haken: Wer sagt, dass Jüngere automatisch frischer sind? Und dass Erfahrung nicht auch für neuen Schwung sorgen kann? Interessant fand ich seinen Verweis auf die Väter des Grundgesetzes: Bundespräsident darf nur werden, wer mindestens 40 ist – da steckt ein Gedanke dahinter. Kubicki glaubt fest daran, dass er den Laden schmeißen kann. In Schleswig-Holstein, wo er jahrelang das FDP-Ruder hatte, hat das offenbar auch geklappt. Die Fraktion habe Vertrauen, nun möchte er sich (und, naja, irgendwie uns allen?) beweisen, dass sein politischer Kompass die Partei wieder über die Fünf-Prozent-Marke lotst. "Das könnte das letzte große Abenteuer meiner Laufbahn werden", sagt er – fast klingt da so etwas wie leiser Trotz, oder ein bisschen Freude am Risiko.

Wolfgang Kubicki stellt sich offen gegen Kritik, er sei zu alt für den FDP-Vorsitz, und betont stattdessen die Vorteile von Lebenserfahrung und Gelassenheit in der Politik. Er verweist auf seine erfolgreiche Tätigkeit in Schleswig-Holstein und sieht seine Kandidatur als letzte große politische Herausforderung. Die aktuellen Debatten um Altersgrenzen in Spitzenämtern sind kein Einzelfall: Auch international wird über das politische Alter diskutiert, etwa in den USA, wo immer wieder die Fitness älterer Präsidenten thematisiert wird. Zudem zeigt ein Blick in aktuelle Berichte, dass die FDP angesichts der Umfragewerte dringend frischen Schwung braucht, und dass sowohl Skepsis als auch Hoffnungen innerhalb der Partei mit Kubickis Kandidatur verbunden sind.

Schlagwort aus diesem Artikel