SPD kontert Spahns Vorstoß zur Atomkraft: Diskussion über Reaktor-Rückkehr stößt auf Widerstand

Die SPD macht klar: Für eine Wiederbelebung der Atomkraft in Deutschland gibt es aus ihrer Sicht keine Grundlage – und erteilt Jens Spahn (CDU) eine deutliche Absage.

16.04.26 09:01 Uhr | 28 mal gelesen

Dirk Wiese, Bundestagsgeschäftsführer der SPD, reagierte auf Spahns Forderung nach einer Renaissance der Kernenergie recht trocken: "Das ist wie ein Déjà-vu. Wir drehen uns im Kreis – eine weitere Neuauflage bringt uns nicht weiter." Nach Ansicht von Wiese ist Atomenergie nicht nur exorbitant teuer und gefährlich, sondern das ungelöste Endlagerproblem hänge wie ein Damoklesschwert über dem Thema. "Wer auf Kernkraft setzt, verdrängt, dass Erneuerbare nicht nur günstiger, sondern auch zukunftsfähig sind. Wir setzen auf diese, gestützt von Gaskraftwerke und Batteriespeicher."
Spahn hingegen entfachte die Debatte erneut bei einem Innovationskongress: Er verwies auf Studien, wonach alte Kernkraftwerke für etwa neun bis zehn Milliarden Euro wieder hochgefahren werden könnten. Ein gewagt anmutender Ansatz, besonders angesichts der gesellschaftlichen Stimmung und dem schleppenden Vorankommen bei der Atommüll-Endlagersuche.

Jens Spahn (CDU) hat durch seine Initiative, stillgelegte Atomkraftwerke wieder in Betrieb zu nehmen, eine neue Debatte ausgelöst, doch die SPD blockt ab. Dirk Wiese betont, dass Atomenergie aus Sicht der Sozialdemokraten weder kurz- noch mittelfristig eine Lösung sei und verweist auf hohe Kosten, Sicherheitsrisiken sowie das nicht gelöste Atommüllproblem. Die Regierung hält am geplanten Kurs fest: Ausbauen der erneuerbaren Energien, unterstützt durch Gaskraftwerke und Batteriespeicher – und damit weg von der Kernkraft.

Zusätzlich liegt nach jüngster Recherche der Fokus der Bundesregierung weiterhin auf dem Ausbau erneuerbarer Energien. Auch Wirtschaftsvertreter und Umweltverbände äußern sich skeptisch zum Vorschlag, da der Aufwand, alte AKWs wieder ans Netz zu bringen, wegen aufwendiger Genehmigungs- und Wartungsprozesse sowie möglicher Sicherheitsnachrüstungen größer als erwartet wäre. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft warnt zudem, dass der Anteil der Atomenergie an der weltweiten Stromproduktion ohnehin rückläufig ist – Deutschland sieht seine Rolle deshalb eher als Vorbild für den Wandel zu sauberer Energie.

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