Spahn hingegen entfachte die Debatte erneut bei einem Innovationskongress: Er verwies auf Studien, wonach alte Kernkraftwerke für etwa neun bis zehn Milliarden Euro wieder hochgefahren werden könnten. Ein gewagt anmutender Ansatz, besonders angesichts der gesellschaftlichen Stimmung und dem schleppenden Vorankommen bei der Atommüll-Endlagersuche.
Jens Spahn (CDU) hat durch seine Initiative, stillgelegte Atomkraftwerke wieder in Betrieb zu nehmen, eine neue Debatte ausgelöst, doch die SPD blockt ab. Dirk Wiese betont, dass Atomenergie aus Sicht der Sozialdemokraten weder kurz- noch mittelfristig eine Lösung sei und verweist auf hohe Kosten, Sicherheitsrisiken sowie das nicht gelöste Atommüllproblem. Die Regierung hält am geplanten Kurs fest: Ausbauen der erneuerbaren Energien, unterstützt durch Gaskraftwerke und Batteriespeicher – und damit weg von der Kernkraft.
Zusätzlich liegt nach jüngster Recherche der Fokus der Bundesregierung weiterhin auf dem Ausbau erneuerbarer Energien. Auch Wirtschaftsvertreter und Umweltverbände äußern sich skeptisch zum Vorschlag, da der Aufwand, alte AKWs wieder ans Netz zu bringen, wegen aufwendiger Genehmigungs- und Wartungsprozesse sowie möglicher Sicherheitsnachrüstungen größer als erwartet wäre. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft warnt zudem, dass der Anteil der Atomenergie an der weltweiten Stromproduktion ohnehin rückläufig ist – Deutschland sieht seine Rolle deshalb eher als Vorbild für den Wandel zu sauberer Energie.