Man denkt ja oft, ein Kinderfahrrad sei schnell gekauft – Reifen anschauen, Farbe aussuchen, fertig. Doch wie gründlich man eigentlich hinsehen muss, offenbart der neue ADAC-Test. Das 'Woom Explore 5' macht alles richtig: Perfekte Testergebnisse, selbst bei kräftigem Regen eine Top-Bremsleistung, und als einziger Kandidat ganz ohne bedenkliche Stoffe in Griffen oder Sattel – daher verdient es sich die ADAC-Note 2,0. Nur das Cube Numove 240 Street hält einigermaßen mit (Note 2,2).
Unangenehme Entdeckung: Bei manchen Herstellern sind Schadstoffe in den Griffen nachweisbar – im Fall von Bikestar sogar so gravierend (krebserregend), dass das Rad auf die Note 5,0 abgewertet werden musste, tief genug, um es sofort vom Einkaufszettel zu streichen. Beim günstigsten Modell (Decathlon/BTTWIN) schwächeln die Bremsen spürbar, das Puky LS-Pro birgt ein Risiko, weil die Pedale bei Schräglage den Boden touchieren können – potenzielle Sturzgefahr.
Beim Kauf rät der ADAC, auf geringes Gewicht und hohe Zuladung zu achten (bei schwereren Kindern oder wenn mal ein Rucksack drankommt). Außerdem sollte das Rad in Sattelhöhe und Lenker individuell angepasst werden können – Kinder wachsen nun mal schneller als man denkt. Ein wichtiger Punkt für den Straßenverkehr: Nicht jedes Modell hat serienmäßig die vorgeschriebenen Lichter, Reflektoren und eine Klingel. Eltern müssten daher oft nachrüsten, wenn das Rad aus dem Laden kommt. Fazit: Genau hinschauen spart Nerven, Geld und vielleicht auch Schlimmeres.
Der diesjährige ADAC-Test legt offen, wie gravierend Schadstoffe in Kinderfahrrädern auch 2024 weiterhin Problem sind. Von 14 getesteten Kinderrädern mit 24-Zoll-Laufrädern konnte einzig das Woom Explore 5 in Sachen Schadstofffreiheit punkten – für alle anderen fand man zumindest kleinere Rückstände, beim Bikestar-Modell gefährliche Mengen in den Griffen. Auch die technische Sicherheit schwankte erheblich: So erfüllten Bremsen und Konstruktion nicht in allen Fällen die erwarteten Anforderungen, was das Unfallrisiko erhöhen kann. Viele Modelle müssen zudem vor der Nutzung im Straßenverkehr erst mit legal erforderlicher Ausstattung nachgerüstet werden. Ein Trend aus aktuellen weiteren Medienberichten: Immer mehr Eltern legen Wert auf Nachhaltigkeit und Langlebigkeit, fordern aber verstärkt Transparenz bei Herstellerangaben und fordern die Politik zum Handeln bei Schadstoffregulierung auf.