Wenn ich ehrlich bin: Das Thema Lieferengpässe schiebt sich wie so ein Dauerrauschen durch den Apothekenalltag. Selbst die Sachen, die man eigentlich immer auf Lager hatte – Antidepressiva, Schilddrüsenmedikamente, Blutdrucksenker – werden zum Problemfall. Jede Woche jagt man Neuigkeiten hinterher. Warum das so ist? Globalisierung trifft Preisdruck: Die meisten Medikamente oder ihre Wirkstoffe kommen heute aus ein paar großen Fabriken in Indien oder China. Fällt dort ein Rädchen aus, wackelt bei uns das ganze Sortiment. Dazu noch eigene Fehler: Die deutschen Krankenkassen kaufen am liebsten sehr günstig ein – wer mag kann die vergleichsweise winzigen Preise für eine Packung Antibiotika kaum glauben. Kein Wunder also, wenn die Hersteller zuerst die Länder beliefern, in denen mehr gezahlt wird. Dass sich das für die Apothekenarbeit anfühlt wie ein Hürdenlauf, versteht sich fast von selbst: Telefonate mit Arztpraxen, Nachfragen bei Großhändlern, aufwändige Dokumentation. Und für die Patienten? Viel Geduld, besonders bei Eltern oder chronisch Kranken. Ein bisschen Vorbeugung hilft: Rezepte rechtzeitig, nicht auf die letzte Pille warten! Aber ohne politische Umsteuerung wird sich hier kaum etwas grundlegend ändern. Was ich mir wünsche: endlich wieder ein bisschen Planbarkeit, damit wir den Leuten wirklich helfen können – und nicht dauernd vertrösten müssen.
Die Lage bei der Arzneimittelversorgung bleibt angespannt: Viele wichtige Präparate wie Schmerz- und Fiebermittel oder auch lebensnotwendige Antibiotika sind aktuell kaum zu bekommen – Grund dafür sind sowohl die starke Abhängigkeit von Herstellern in Asien als auch die niedrigen Preise, welche die Produktion in Deutschland zunehmend unrentabel machen. Zusätzlich hemmen strenge gesetzliche Vorgaben den Apotheken Handlungsspielräume, was zu deutlich mehr Bürokratie und Arbeitsaufwand führt. Laut aktuellen Berichten von 'Spiegel' und 'FAZ' steigen die Engpässe weiter – auch, weil geopolitische Krisen wie der Ukraine-Krieg oder Handelskonflikte Lieferketten erneut unter Druck setzen; Bundesgesundheitsministerium prüft derweil, wie mehr Arzneimittelproduktion in Europa gefördert werden kann und ob Apotheken im Notfall stärker beim Austausch ähnlicher Medikamente entlastet werden – konkrete Verbesserungen lassen jedoch auf sich warten.