Es gibt Wochenenden, die treiben das Thermometer nicht nur in luftige Höhen, sondern bringen auch ganze Städte zum Pulsieren. Am Pfingstwochenende war die Stuttgarter Innenstadt kaum wiederzuerkennen: Zwischen Marktplatz und Schlossplatz roch es nach Popcorn, überall Musikfetzen, bunte Fahnen, lachende Gesichter. Der Südwestrundfunk lud ein – und zigtausende folgten. Ob nun morgens bei lauschiger Sonne auf der Festivalmeile oder abends bei ausgelassener Stimmung im Ehrenhof des Neuen Schlosses: Ganz Stuttgart schien im SWR-Flow zu sein. Das Benefizkonzert des Bundespräsidenten war sicher der glanzvollste Moment – große Namen auf der Bühne, ein wohltätiger Zweck, ein Präsident im Publikum, der offenbar ebenso verzaubert war wie alle anderen.
Was ich persönlich bemerkenswert fand: Es gab nicht dieses Übliche Veranstaltungsraunen à la 'Alles für die Medien', sondern echte Gespräche ganz nah am Menschen, selbst auf den kleinen Aktionsflächen. Da standen Kinder und Erwachsene Schulter an Schulter, rieten beim Tatort-Quiz oder schossen Selfies mit den Helden ihrer Kindheit. Klar, nicht alles lief glatt, manches Programm überzog sich, manchmal wollte der Schatten auf dem Platz einfach nicht reichen – doch gerade das ließ die Szenerie fast schon mediterran wirken. Abends dann: Standing Ovations für Musiker, die schon lange zur Popkultur gehören.
Die Festivalnacht zum Hip-Hop-Jubiläum '30 Jahre 0711 Family Jam' brachte ein bisschen Straßenkultur auf königlichen Boden, während die Pop & Poesie-Show überraschend nachdenkliche Töne anschlug. Dazwischen Kinderlachen, lautes Mitmachen, Geplauder über Lehrstellen oder Medienjobs. Ist ein solches Festival wichtig? Ich glaube ja. Es braucht Gelegenheiten, bei denen Institutionen sich zeigen, Menschen miteinander reden. Überhaupt war es weniger ein 'Event', mehr eine bunte kollektive Zeitkapsel dieses Frühsommers.
Das SWR Sommerfestival in Stuttgart lockte an Pfingsten rund 100.000 Besucher:innen auf den Schlossplatz und überzeugte mit einem Programm voller Musik, Mitmachaktionen und Begegnung. Das Benefizkonzert des Bundespräsidenten zugunsten sozialer Projekte stach heraus, aber auch der Familientag mit Kult-Figuren wie der Maus oder Ernie & Bert zog besonders Familien an. Aktuelle Berichterstattungen heben hervor, dass das Festival gerade im Kontext einer von Debatten über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk geprägten Zeit als starkes Plädoyer für Dialog, Teilhabe und gemeinsames Erleben gesehen wird.
Recherchen ergeben: Die Süddeutsche Zeitung thematisierte jüngst die zunehmende gesellschaftliche Bedeutung von Stadtfesten, die – wie das SWR Sommerfestival – einen Rahmen für Zusammenhalt bieten und Kritik am gesellschaftlichen Auseinanderdriften aufnehmen (Quelle: Süddeutsche Zeitung). Auf www.deutschland.de betonte ein Artikel das besondere Engagement für Familien und soziale Projekte bei aktuellen Volksfesten in Baden-Württemberg und verwies auf die Symbolkraft gemeinsamer Benefizaktionen (Quelle: Deutschland.de). Die Stuttgarter Nachrichten hoben in ihrem Kommentar zu jüngsten großen Stadtveranstaltungen die Rückkehr der Normalität nach Corona und die Freude an öffentlichen Großevents hervor (Quelle: Stuttgarter Nachrichten).