Das Match begann ausgesprochen ausgeglichen – jeder Aufschlag wurde zunächst bombensicher gehalten, als ginge es um ein Uhrwerk. Früh im ersten Satz setzte Sinner Zverev erstmals unter Druck, aber der Deutsche blieb standhaft und wehrte den Breakball ab. Letztlich musste der Tiebreak entscheiden: Zverev behielt hier die Nerven und sicherte sich Durchgang eins. Im zweiten Satz spiegelte sich das Ringen um jeden Punkt, aber diesmal war Sinner im Tiebreak einen Tick entschlossener und glich aus. Dramatisch wurde es im dritten Satz: Zverev, beim Versuch erstmalig ein Break zu schaffen, rutschte unglücklich weg und hielt sich sofort das Knie – ein kleiner Schockmoment, der sich wie ein leiser Schatten über das Match legte. Zwar kämpfte Zverev weiter, doch der Rhythmus war gebrochen, Sinner ging mit einem frühen Break in Führung und ließ sich den Satz nicht mehr nehmen. Im vierten Satz geriet Zverev zunehmend ins Grübeln, während Sinner an Präzision und Selbstbewusstsein gewann. Das entscheidende Break zum 5:3 bedeutete im Grunde schon die Vorentscheidung – Zverev nahm es sportlich, aber das Momentum war endgültig auf der Seite des Italieners angekommen.
Jannik Sinner gewinnt nach vier hart umkämpften Sätzen das Wimbledon-Finale gegen Alexander Zverev mit 6:7, 7:6, 6:3 und 6:4. Der Schlüssel zum Sieg lag unter anderem in Sinners mentaler Stärke in den entscheidenden Momenten, besonders nach Zverevs Knieverletzung im dritten Satz, die den Deutschen aus dem Konzept brachte. In letzter Zeit galt Sinner ohnehin als einer der konstantesten Spieler auf der Tour; in Wimbledon bestätigte er mit seinem ersten Grand-Slam-Titel eindrucksvoll seinen Aufstieg – er ist damit der erste Italiener seit über 50 Jahren, der dort triumphiert. Ergänzend: Laut aktuellen Medienberichten gab es Reaktionen aus der italienischen Politik mit Glückwünschen an Sinner, während Zverevs Knieverletzung glücklicherweise weniger schwerwiegend scheint als befürchtet. Im deutschen Tennis bleibt Sinner nun die Messlatte für die nächsten internationalen Vergleiche.