Debatte um kostenlosen Schwimmunterricht – Die Linke warnt vor steigender Zahl an Badetoten

Angesichts eines tragischen Rekords bei den Ertrinkungszahlen im Juni drängt Linken-Chef Luigi Pantisano darauf, dass der Bund die Kommunen stärker beim Schwimmunterricht und beim Ausbau von Schwimm- und Badestellen unterstützt. Sein Appell: Vorsorge statt Sparpolitik, um Menschenleben zu schützen.

heute 14:33 Uhr | 2 mal gelesen

Pantisano schlug vor, dass die Bundesregierung rasch einen Plan zur stabilen Finanzierung der Kommunen vorlegt und damit einhergehend mehr Schwimmbäder, sichere Badezonen, Trinkbrunnen sowie Schattenplätze realisiert – nicht zuletzt also Schwimmunterricht kostenfrei für jedes Kind. Statt zu handeln, würden Schwimmbäder geschlossen und kommunale Mittel zusammengestrichen, kommentiert er. Die Klimakrise schaffe eine neue Realität: Hitzewellen und die damit verbundene Gefahr von Badeunfällen würden zunehmen, so Pantisano. Auch von Bettina Lugk (SPD) kommt die Warnung, angesichts der gefährlich hohen Zahl an Badeunfällen besonders Kinder so früh wie möglich schwimmen zu lehren. Laut Lugk braucht es mehr Kursangebote, angeleitet von qualifizierten Kräften, und ausreichende Schwimmhallen. Für Janosch Dahmen (Grüne) sollten Ertrinkungsprävention und Information über Risiken an Badestellen in jeder Kommune Standard werden. Er benennt unter anderem Warnhinweise, eine verstärkte Wasseraufsicht sowie gezielte Aufklärung, besonders bei jungen Männern. Alexander Throm von der CDU findet, dass mehr Öffentlichkeit und Sensibilisierung helfen könnten, Unfälle zu verhindern, auch wenn der Anlass – 99 Todesfälle im Juni – erschüttert. Laut einer Statistik der DLRG handelt es sich bei einem Großteil der Verstorbenen um junge Männer – eine Entwicklung, die viele nachdenklich stimmt.

Die aktuelle Diskussion um die Ertrinkungszahlen sorgt für politischen Rückenwind bei der Forderung nach kostenlosem Schwimmunterricht und besserer Infrastruktur. Grundsätzlich lässt sich beobachten, dass Bädersterben und knappe kommunale Kassen die Situation verschärfen, während die Zahl der Nichtschwimmer, vor allem bei Kindern, steigt. Recherchen in aktuellen Medienberichten zeigen, dass auch Bundespolitik und Initiativen wie die der DLRG oder privater Vereine auf die alarmierenden Zahlen reagieren, zum Beispiel durch Appelle für mehr Präventionsprogramme, EU-Fördergelder für Bäder und vermehrtes Engagement im Bereich Integration (etwa gezielte Angebote für Kinder mit Migrationshintergrund). Landesregierungen, etwa in Nordrhein-Westfalen und Bayern, diskutieren neue Förderprogramme für den Bädererhalt und Kooperationen mit Schulen. Berichte weisen darauf hin, dass die organisatorische, personelle und finanzielle Ausstattung der Badestellen und Schwimmkurse zu den größten Hürden zählt. Auch die Pandemie trug dazu bei, dass viele Kinder kaum Schwimmunterricht bekamen. Parallel laufen Petitionen und Debatten um die Infrastruktur – Initiativen, die Schutz und Prävention endlich verstetigen wollen.

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