Dass die Stromversorgung Berlins ein wackeliges Pflaster sein kann, hat der Südwesten der Stadt im Januar schmerzlich zu spüren bekommen: Fünf Tage Dunkelheit für zehntausende Haushalte, ausgelöst durch einen Brandanschlag. Stefan Evers, der künftig die CDU anführen will, will das so nicht hinnehmen. 'Wir müssen uns auf schwerwiegende Notlagen besser vorbereiten', erklärte er im Gespräch mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Besonders IT-Strukturen müssten auch im Blackout weiterlaufen – klingt im ersten Moment wie politische Routine, ist aber angesichts der Vorfälle überraschend konkret. Nach der Wahl plant Evers außerdem, beim Berliner Haushalt härter zu sparen: Zahlreiche, aus seiner Sicht kostspielige Vorschriften beim Bauen oder beim Datenschutz seien nicht mehr tragbar. Kostenlose Schulmittagessen für Wohlhabende lehnt er ab – klingt hart, ist aber ein klassischer CDU-Reflex auf knappe Kassen. Einen ungewohnten Vorschlag liefert Evers gleich mit: Wer staatliche Unterstützung empfängt, soll künftig auch dazu beitragen, die Straßen zu säubern. 'Berlin sauber halten', sagt er beinahe wie ein Werbeslogan. Persönlich hebt er hervor, kein Typ fürs Abgehobene zu sein – sein Politikverständnis nennt er 'modernen Konservatismus'. Viel daran ist Pragmatismus, wenig ideologische Schaumschlägerei. Beim Christopher Street Day verteidigt Evers die Teilnahme der Landesregierung mit einem eigenen Wagen – für andere eine teure Show, für ihn Berliner DNA. Die 140.000 Euro Kosten für Wagen und Kampagne lösen dennoch parteiübergreifend Stirnrunzeln aus, Evers lässt das aber kalt.
Evers geht mit spürbarem Pragmatismus an die drängenden Probleme Berlins heran: Seine Idee eines Krisenzentrums für die Stromversorgung nimmt Bezug auf den großen Berliner Stromausfall im Januar, der zehntausende Menschen tagelang von Energie abschnitt. Zugleich liefert sein Sparkurs – Abspeckung von Vorschriften und gezielte Einsparungen bei Gratisleistungen – klassischen politischen Sprengstoff. Nach aktueller Recherche bleibt das Thema Energie- und Stromsicherheit ein Dauerbrenner, denn nach mehreren Medienberichten sind vielerorts alte Stromnetze und mangelnde Krisenpläne die Achillesferse. Politik und Wirtschaftsverbände mahnen bundesweit zu mehr und besseren Schutzmaßnahmen vor gezielten Angriffen auf kritische Infrastruktur. Gleichzeitig steht die Sozialpolitik weiter im Fokus – die Debatte um den Einsatz von Transferleistungsempfängern oder die Rolle staatlicher Zuschüsse in Berlin reißt nicht ab. Die jüngste Kritik am teuren Senatswagen zum CSD zeigt: Symbolik und tatsächliche Prioritäten der Landespolitik prallen bis heute aufeinander.