Yasmin Fahimi, die beim DGB das Sagen hat, sieht Handlungsbedarf: Sie schlägt einen klaren Zwei-Prozent-Beitrag aller Arbeitgeber zur betrieblichen Altersvorsorge vor. Das wäre aus ihrer Sicht ein Signal – endlich verlässlich und für jeden durchschaubar, wie viel des späteren Einkommens auf Umlagen basiert und welcher Teil auf Kapital gedeckt ist. Überhaupt, meint sie, sei das, was die Rentenkommission kürzlich beschlossen hat, ziemlich vage geblieben. Zwar redet die Runde davon, dass eine Nettoersatzquote von 70 Prozent das Ziel sei. Aber die spannende Frage – wie genau dieses Ziel eigentlich verbindlich erreicht werden kann – wurde, na klar, wieder mal auf die lange Bank geschoben. Und so hänge das Risiko, wirklich eine ordentliche Rente zu bekommen, weiter an jeder und jedem Einzelnen. Das kennen wir ja schon: Wer Glück hat, hat Glück, und alle anderen – naja. Fahimi will einen Cut, keine halben Sachen: Pflichtbeiträge zur Betriebsrente für alle Beschäftigten, beschlossen und umgesetzt, statt immer wieder nur Empfehlungen und individuelle Zusatzlösungen zu drehen.
Die Forderung von Yasmin Fahimi knüpft an die andauernde Debatte um die Stabilität und Gerechtigkeit des Rentensystems in Deutschland an. Sie kritisiert die aktuelle Reformdiskussion als zu nebulös und befürchtet, dass ohne verbindliche Maßnahmen wie eine Pflichtbetriebsrente viele Beschäftigte weiterhin durch das Raster fallen könnten. Dabei zeigt Fahimi sich überzeugt, dass nur mit klar geregelten Arbeitgeberbeiträgen eine transparente, verlässliche und mehr soziale Absicherung im Alter für alle Arbeitnehmenden gelingen kann.
Neuere Meldungen bestätigen: Das Thema Altersvorsorge und insbesondere die betriebliche Rente kocht in Wirtschaft und Politik weiterhin hoch. Die Bundesregierung diskutiert unterschiedliche Modelle, während Gewerkschaften und vor allem Mittelständler mit Sorge auf die Machbarkeit weiterer Pflichtbeiträge schauen. Denn im Hintergrund werden auch Fragen wie Fachkräftemangel, Inflation und sich wandelnder Arbeitsmarkt laut. Für viele Beschäftigte ist die Unsicherheit, wie sie im Alter leben können, längst Alltag geworden.