Manchmal fragt man sich ja, ob politische Kommissionen wirklich zuhören. Frank Werneke, der Chef der Gewerkschaft Verdi, ist jedenfalls genervt. In Gesprächen mit der Funke-Gruppe wies er ziemlich klar darauf hin: Eine verpflichtende betriebliche Altersvorsorge – also dass wirklich jeder zu einer echten Zusatzrente kommt – bleibt weiterhin auf der Strecke. Seine Kritik: Die aktuelle Rentenkommission ignoriert diese langjährige Forderung der Gewerkschaften und schlägt stattdessen nur einen 'Sozialpartnerdialog' zur Betriebsrente vor. Klingt, als würde man eine große Baustelle lediglich diskutieren, statt endlich den Hammer zu schwingen. Werneke sieht jedenfalls schon jetzt die Gefahr, dass Unternehmen sich mit Verweis auf die hohen Kosten ganz aus der Verantwortung stehlen könnten. Und: Die geplante Kapitaldeckung in der gesetzlichen Rente könnte weitere Debatten um die Finanzierung und Verantwortung nur anheizen.
Die Debatte um die betriebliche Altersversorgung bekommt mehr Zündstoff: Verdi drängt seit Längerem auf eine verpflichtende Lösung, doch die aktuelle Rentenkommission setzt lieber auf Gespräche zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern als auf gesetzliche Vorgaben. Hintergrund ist die Sorge, dass Arbeitgeber sich bei steigenden Kosten aus der Finanzierung zurückziehen könnten, was für Arbeitnehmer längerfristig zu weniger Sicherheit im Alter führt. Interessant ist zudem, dass in den letzten Tagen auch über neue Vorschläge der Bundesregierung zur stärkeren Kapitaldeckung und über ökologische Faktoren in der Altersvorsorge diskutiert wird – etwa durch Beitragsteigerungen und den Einstieg bei nachhaltigen Fondsmodellen. Laut „Der Spiegel“ wurde zudem das Rentenpaket II auf den Weg gebracht, was die Ampel-Koalition in puncto Altersvorsorge weiter in den Mittelpunkt rückt und für kontroverse Diskussionen sorgt.